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Google E-A-T und Y-M-Y-L: Was bedeuten die Qualitätsstandards von Google und wie kann man den EAT Score verbessern

Bereits seit 2018 spricht man bei Google von E-A-T und es wurden spezielle Richtlinien veröffentlicht, nach denen Content, also Inhalte, geschaffen werden sollen. In jeder Algorithmus Änderung ist der Inhalt ein wichtiger Bestandteil. So auch im Medic Update, das fälschlicherweise so genannt wird, obwohl es gar nicht nur medizinische Seiten betrifft (August 2018).

Mit der letzten Aktualisierung der Richtlinien für die Bewertung der Suchqualität wurde ein starker Fokus auf die “E-A-T”- Prinzipien Expertise, Autorität und Vertrauen gelegt. (EAT hat also nichts mit Essen zu tun sondern steht für expertise, authoritativeness and trustworthiness). Auf dieser Basis beurteilt Google die Qualität einer Seite.

Teilweise haben in den Core Updates auch große Marken in einigen Nischen die Sichtbarkeit verloren.

Y-M-Y-L betrifft die sogenannten ymyl sites. Dabei steht YMYL für Your Money or Your Life. Bei diesen Inhalten handelt es sich um den Typus von Informationen,I der, wenn sie ungenau, unwahr oder irreführend dargestellt werden, sich direkt auf das Glück, die Gesundheit, die Sicherheit oder die finanzielle Stabilität des Lesers auswirken könnte (Update Juli 2018).

Algorithmus Updates und Social Media sind von diesen beiden Informationen betroffen.

Mit der Veröffentlichung und Überarbeitung des Quality Rater Guideline sollten genau die Informationen veröffentlicht werden, die für den Ranking Factor Verwendung finden. High Quality Content – der qualitativ sehr hochwertige Inhalt – soll von Webmastern auf den Webseiten veröffentlicht werden. Dies wird auch bei künftigen Algorithmus Updates Anwendung finden.

Ursprünglich wurden die Richtlinien zur Bewertung der Suchqualität schon 2015 veröffentlicht.

Diese Richtlinien dienen als technische Referenz für Googles Bewerter der menschlichen Suche (Search Quality Evaluator nennt Google diese). Diese Personen bewerten, wie gut der Algorithmus von Google seine Arbeit tatsächlich erledigt. Daher ist der Leitfaden für Webmaster und Content-Entwickler ein unverzichtbares Hilfsmittel. Dieser hilft dabei, qualitativ hochwertige Webseiten zu schaffen.

Dabei liegen die Antworten in EAT, YMYL und dem nützlichen Zweck (beneficial purpose), deren Zusammenspiel zu guten Inhalten führt, den die Suchmaschine (Search Engine) ausspuckt.

Google Quality Rater - aus dem Nebel heraus gute Inhalte definieren

Was ist E-A-T?

E-A-T ist kein Algorithmus. Vielmehr ist er, so Gary Illyes auf der Pubcon 2019, eine Kollektion von Millionen kleiner Algorithmen die zusammenarbeiten und den Ranking Score auswerfen und dabei E-A-T als Qualität der Seite betrachten. Das ganze sei ähnlich wie PageRank.

Gibt es einen E-A-T Score oder einen Y-MY-L-Score?

Es gibt nicht wirklich einen solchen Score, der mit einem Algorithmus verbunden wäre, so Gary Illyes, aber genau so wenig haben die Quality Rater einen direkten Einfluß auf Rankings, wenn sie E-A-T analysieren .

Ist E-A-T ein Ranking-Faktor?

E-A-T ist kein Rankingfaktor sondern, ähnlich wie Rankbrain, eher ein Filter. Googles weit über 200 Ranking-Faktoren, wie zum Beispiel Page Speed, HTTPS, Keyword-Verwendung in Title-Tags und so weiter, haben einen direkten Einfluß auf Rankings. EAT als Filter hat dies nicht. Man kann es eher einen soften Faktor nennen, da er eher indirekt wirkt.

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Ersetzt E-A-T ein technisches SEO-Audit?

Auf keinen Fall ersetzt es ein technisches Audit. Die harten Rankingfaktoren bleiben erhalten. Vielmehr gehört E-A-T in den Bereich der Usability. Je besser und hochwertiger ein Text ist, umso besser wird dieser von den Benutzern angenommen werden. Daher sollten sich Webmaster und Content Marketing Manager unbedingt bei der Entwicklung der Inhalte darauf konzentrieren, Hochwertiges zu produzieren.

Sind YMYL-Webseiten von Core-Updates betroffen und liegt es an E-A-T, dass die Performance solcher Seiten nach Google Updates so schlecht ist?

Die letzten Updates haben sehr häufig die YMYL-Seiten – vor allem aus den Bereichen Gesundheit oder Medizin – betroffen. Aber auch Kochrezepte und andere Seiten müssen sich jetzt mehr auf Qualität der Inhalte konzentrieren. Aber neben der Inhalte sind natürlich auch die Architektur der Seite (Seitenaufbau) und die Vielzahl an auf der Seite platzierter Werbung (Ads in sehr hohem Maße) und – vor allem – die extrem schlechte Ladezeit (PageSpeed) ausschlaggebend für den Performance-Verlust.

Kann man E-A-T einfach auf die Webseiten integrieren?

Hier sagt Google ein klares Nein. E-A-T muss man sich verdienen. Eine Website muss viele Webseiten produzieren, die entsprechende Qualitäten haben, um insgesamt als hochwertig eingestuft zu werden. Das spricht natürlich auch dafür, unwichtige Themen auszusortieren. Aber auch dafür, alte Blog-Posts zu optimieren und neu zu veröffentlichen.

Was stecht hinter E-A-T?

Das bedeutet Expertise – Authoritiveness – Trustworhiness

Expertise

Zu deutsch würden wir das mit “Kompetenz” übersetzen. Um ein Experte zu sein, muss man in seinem Bereich sachkundig und kompetent sein. Der Besitz des Wissens allein führt jedoch noch nicht dazu, dass Google mehr Traffic auf die Seite bringt.

Kompetenz: Google E-A-T (Expertise)

Man muss verstehen, wie man das eigene Wissen anderen vermitteln kann. Und zwar so, dass es die Menschen anspricht.

Google – vor allem in Person von Johannes Müller – antwortet auf die Frage nach besseren Rankings immer damit, dass man großartige Inhalte erstellen solle, die das Publikum liebt.

Diese simple Antwort umfasst aber genau das, was Kompetenz (Expertise) ausmacht.

Wie erstellt man solche Inhalte?

  • Keyword-Recherche zu einem Thema
  • Mitbewerber analysieren
  • Bessere Texte schreiben als die Mitbewerber

Finden Sie die Balance zwischen umfangreich und einfach. Der Text soll so formatiert werden, dass er verdaulich und mit visuellen Hilfsmitteln versehen zu einem tollen Inhalt wird. Dabei zählen auch Rich Media Inhalte wie Video und Audio.

Authoritativeness/Authority

Zu deutsch: “Autorität”.

Der Expertenstatus ist erst dann großartig, wenn andere Experten oder Influencer Sie als Informationsquelle zitieren und Ihr Name bereits als Marke gilt, der für die relevanten Themen verwendet wird.

Autorität: Google E-A-T (Authority Authoritativeness)

Hier sind ein paar Merkmale, mit denen man Autorität beurteilen kann:

  • Links von relevanten und autoritativen Webseites
  • Trust-Faktor der Domain
  • Marken-Seriösität
  • Wikipedia Links

Dies sollte eine Website über Linkbuilding aufbauen. Das hilft auch für den Trustfaktor – wobei wir beim letzten Punkt sind.

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Trustworthiness

Zu deutsch “Vertrauenswürdigkeit”

Das Fachwissen und die notwendige Autorität sind Faktoren, die Einfluß auf die Platzierung haben können. Aber nur, wenn diese auch Vertrauenswürdig sind. Oder besser gesagt: Ohne Vertrauen in die genannten Informationen keine Top-Platzierung.

Vertrauenswürdigeit: Google E-A-T (Trustworthyness)

Die Vertrauenswürdigkeit steigert man zum Beispiel durch positive Bewertungen an wichtigen Orten wie zum Beispiel: Google My Business, Facebook, Trustpilot, Tripadvisor und so weiter.

Um die Vertrauenswürdigkeit der Seite zu verbessern, sollten Sie:

  • Klare Aussagen treffen und Ihren Besuchern eine klare Strategie darstellen
  • Kontakt zu Ihren Besuchern vereiinfachen
  • Ihre Website zu einem Büro oder echten Standort zuordnen
  • AGB und andere wichtige Geschäftsregeln in der Fußzeile präsentieren
  • eine sichere Website über https anbieten (SSL-Verschlüsselung)
  • Datenschutzerklärung – nicht nur in Europa dank der DSGVO ein wichtiges Thema
  • Als Shop natürlich auch klare Regeln über Rückerstattung und Rückgaberichtlinien definieren. Auch das ist in Europa über europäisches Gesetz geregelt, aber trotzdem hilft es, solche Tehmen einfach darzustellen und – vor allem – diese auch einfach zu leben
  • Ihre Produkte und Leistungen ordentlich präsentieren und darzustellen, z.B. auch mit Sicherheitshinweisen oder Aufbauanleitungen etc.
  • Wissen in einer Autorenbiografie abzubilden
  • Verlinkung mit Behörden und Verbänden
  • Verwendung von Sigeln und Auszeichnungen, die vertrauen schaffen (z.B. Trusted Shops etc.)

Diese Maßnahmen schaffen vertrauen.

Fazit: Kompetenz, Autorität und Vertrauenswürdigkeit sind die wichtigsten Faktoren für dauerhafte Top-Platzierungen

Die Google Quality Rater Guideline ist etwas, was jeder gelesen haben sollte, der Inhalte für Webseiten entwickelt. Wenn man sich darüber wundert, weshalb man selbst nicht (mehr) in den Top Ten von Google steht, dann sollte man sich immer über zwei Dinge Gedanken machen:

  1. Stimmt die Qualität meiner Inhalte?
  2. Stimmt die Qualität meiner Backlinks?

Beide Themen kann man prüfen und verbessern. Bringen Sie Ihr Expertenwissen ein und präsentieren Sie den Kunden die besten Informationen, die sie bieten können. Das schafft Vertrauen und hilft Ihnen dabei, eine wichtige Position in Google zu erreichen. Und in anderen Suchmaschinen. So können Sie Ihr Ranking verbessern und Ihr Backlink-Profil bereinigen – als Grundlage für Top-Ergebnisse.