Google Strafe: Aua das tut weh - Gefangen im Google Algorithmus

Google Strafe: Google Penalty erkennen und beseitigen

Lesezeit: 6 Minuten

Fast jedes Unternehmen wird nach einer Studie von ahrefs zufolge einmal in seinem Webleben mit einer Google Strafe konfrontiert. Manche sogar mehrfach. (Quelle: Negative SEO Attacken: Erkennen und beseitigen, ASIN: B07SDG52DL)

Welche Arten von Google Abstrafungen gibt es?

Der sogenannte Google Penalty (deutsch: Google Strafe oder Abstrafung durch Google) ist eine Maßnahme, die von Google durchgeführt wird, um Websites zu bestrafen, die gegen die Google Webmaster Guidlines (Richtlinien für Webmaster) verstoßen.

Diese Richtlinien sollte jeder, der eine Website betreut, gelesen haben.

Eine solche Abstrafung kann sich

  • gegen eine gesamte Domain richten,
  • auf Keyword-Ebene einzelne URLs bestrafen,
  • Verzeichnisse betreffen,
  • auf den Hostnamen beziehen (z.B. Subdomain),
  • mehrere Seiten oder mehrere Domains betreffen,
  • bis zu dem Ausschluß der Website aus dem Google Index (Delisting)
Google Penalty - Unternehmen an der Kette

Eine Abstrafung kettet ein Unternehmen oftmals an sclechte Zahlen.

Google Abstrafung: Wie erfahre ich von einer Google Abstrafung?

Man unterscheidet zwischen manuellen Strafen und automatisch verhängten Strafen.

Manuelle Strafen werden heutzutage eher selten ausgesprochen. Diese werden über die Google Search Console kommuniziert. Wenn eine solche Strafe ausgesprochen wird, kann man darauf reagieren. Nach Beseitigung der Umstände wird ein Reconsideration-Request beantragt. Normalerweise sind solche Strafen – sofern man sie erkennt – relativ schnell beseitigbar. Rankings kommen in der Regel nach 3 – 5 Tagen wieder zurück.

Automatisch verhängte Strafen sind eigentlich nicht wirklich Abstrafungen im herkömmlichen Sinne. Sie werden mit dem Google Algorithmus verhängt. Der Penalty, den die meisten kennen ist z.B. der Google Penguin Penalty. Seit September 2016 ist Penguin ein fester Bestandteil des Algorithmus. Das bedeutet, dass schlechte Links (toxische Links) sofort Wirkung finden, aber auch sehr schnell beseitigt werden können. Im Vergleich zu manuellen Strafen sind diese Abstrafungen aber viel schwieriger zu erkennen. Das liegt daran, dass es keinen “blauen Brief” von Google gibt, sondern man seine Rankings beobachten muss.

 

Auswirkung von Google Strafen: Wie erkennt man einen Google Penalty?

Jeder Filter – und das ist letztlich eine solche Strafe – hat unterschiedliche Auswirkungen. Gemeinsam ist jedoch, dass die Sichtbarkeit darunter leidet. Besucherzahlen gehen in der Regel auch zurück.

Keyword-Filter: Strafe auf einzelne Keywords

Erfährt die Website eine Abstrafung auf Keyword-Ebene, dann sind normalerweise eines oder mehrere Keywords davon betroffen. Für die spezifischen Keywords verliert die Website Positionen im Google Ranking, während andere Keywords unberührt davon bleiben.

Abstrafungen geschehen in der Regel durch übermaßige Optimierung von einzelnen Seiten für Keywords (Over-Optimized Pages) oder aber durch schlechte Verlinkungen mit diesem Keyword auf eine Seite. Während der erste Fall oftmals “hausgemacht” ist, handelt es sich bei zweiten meist um eine Negative-SEO-Attacke.

Ein dritter Fall ist die Kombination aus diesen beiden Punkten. Dabei wird der Inhalt einer Website komplett gestohlen und auf einer Vielzahl von anderen Webseiten publiziert und mit Links versehen, die zu erotischem oder Glücksspiel-Inhalt führen. Diese Attacken sind schwieriger erkennbar, weil nicht direkt schlechte Verlinkungen bei einer Domain eingehen. Außerdem erkennt man oft nicht, dass der eigene Inhalt massenhaft gespamt wird. Google hat dagegen derzeit keine Handhabe. Vielmehr passiert es dann, dass bestimmte Seiten teilweise sogar aus dem Index fliegen.

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Von einer seitenweisen Auswirkung spricht man, wenn alle Keywords einer Domain von zurückgehenden Rankings betroffen sind.

Verzeichnise oder URLs werden unsichtbar

Häufig geschehen diese Strafen aufgrund schlechter Verlinkungen und betreffen dann oft Verzeichnisse (www.example.com/verzeichnis/) oder aber einzelne URLs (www.example.com/abgetrafte-seite.html) der Subdomains (sudomain.example.com).

Die Auswirkungen sind die selben.

Wen treffen Google Abstrafungen?

Unterschiedlich große Planeten - so wie es auch unterschiedlich große Unternehmen gibt

Eine Abstrafung kann sowohl kleine Unternehmen treffen, als auch große. Keines ist davor geschützt.

Abstrafungen im Google Ranking betreffen alle Unternehmen, die mit Google eine wichtige Kundenquelle haben. Bricht der Traffic ein, fehlen sehr häufig Klicks aus der organischen Suche.

Direkteingaben sind meist wenig betroffen (also immer wenn jeman www.example.com eingibt).

Für kleine Unternehmen kann so etwas ganz schnell zur Insolvenz führen. Dass selbst lokale Unternehmen davon betroffen sind, zeigt unser Beispiel eines Stuttgarter Copyshops, dessen Sichtbarkeit komplett eingebrochen ist. Eine solche Strafe kann ein Unternehmen ruinieren.

Deshalb ist es besonders wichtig, die Link-Risiken einschätzen zu können.

Beispiele für Strafen

Wenn man in der Historie schaut, so gibt es zahlreiche prominente Abstrafungen

BMW – Doorway Pages

2006 wurde der Pagerank für BMW auf 0 reduziert. Das Unternehmen wurde von Google bestraft, weil es sogenannte Doorway Pages installiert hat. Dabei handelt es sich um Seiten, die für ein bestimmtes Suchwort optimiert sind und die als Eintrittstür (Doorway) in die eigentliche Website gedacht sind. Das widerspricht den Richtlinien von Google.

Google Chrome – PageRank Manipulationen

Im Januar 2012 wurde die Browser-Website des Google Chrome Browsers abgestraft, indem der PageRank von 9 auf 7 reduziert wurde. Der Browser wurde dabei von der ersten Seite für so wichtige Keywords wie “Browser” gekickt.

Expedia – Sichtbarkeit fällt um 25%

Im Januar 2014 fällt die Sichtbarkeit von Expedia um 25%. Der Aktienkurs verliert 4,5%.

Rap Genius – Manuelle Abstrafung wegen Linktausch

Im Dezember 2014 eröffnete die Lyrics-Seite Rap Genius ihr Affiliate-Programm. Teilnehmer sollten Texte mit einem speziellen Link veröffentlichen, der zur Rap Genius Seite führte und dabei Justin Biber Links beinhaltet. Man plante dieses Schritt, weil man davon ausging, dass das in Kürze erscheinende Album von Justin Biber eine große Nachfrage produzieren würde. Daran wollte man partizipieren. Die Seite wurde von Google sofort manuell abgestraft. Das Ergebnis: 700.000 Besucher pro Tag weniger.

Solche Beispiele finden sich oft. Manchmal kann sich ein Unternehmen erholen und kommt wieder auf die Beine. Manchmal versinkt es in der Bedeutungslosigkeit

Sehr häufig gibt es eine Kombination aus Algorithmus-Änderungen, die eine Seite betreffen.

Beispiel: Gutefrage

Google Panda Update

Eine Google Panda Strafe, von der man sich nie richtig erholte und daraufhin noch von weiteren Strafen betroffen war.

Nach dem Panda Update hat man versäumt, für gute Inhalte zu sorgen. Die Seite wurde dann von nachfolgenden Updates betroffen und versank im März 2019 in der Bedeutungslosigkeit (mit damals 85% Sichtbarkeitsverlust an einem Tag).

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Kombination der Strafen aus Panda und Penguin – Baby Markt Domain verbrannt

Panda Strafe und Penguin Abstrafung

Die Panda Algorithmus-Strafe war überwunden. Die Inhalte korrigiert und mit reichlich Backlinks angereichert. Dann schlug Penguin 2.0 zu und die Seite verlor an Sichtbarkeit. Anfang 2016 beschloss Baby Markt mit einer neuen Domain an den Start zu gehen, weil die alte verbrannt war.

Penguin Algorithmus – nie mehr erholt

Das Beispiel zeigt, wie ein Algorithmus zuschagen kann, von dem man sich nicht mehr erholt. Hier wurde mit einer Vielzahl von eigenen Domains gearbeitet, weil kein wirkliches Backlink-Konzept vorlag. Teilweise wurden 60/70 eigene Domains auf die eigenen Inhalte gelenkt. Alles unter der selben IP-Adresse. Was zunächst einen Boost hatte, führte dann zur Abwertung.

Überleben von Strafen

Es gibt aber auch zahlreiche Beispiele von Unternehmen, die schnell reagieren und dann die entsprechenden Updates und Gefangenenketten ablegen und sich wieder erholen.

Erholung von Google Strafen

Dieser Kunde konnte Ende 2013 eine Penguin-Strafe überleben, indem die schlechten Links beseitigt wurden. Eine Abstrafung durch Panda (E) wurde 2015 durch entsprechende Inhaltsänderungen abgewert. 2017 wurde das Unternehmen angegriffen und erholte sich schnell aufgrund der Vorgehensweise gegen die Negative SEO Attacke. Das Google Core Update vom März 2018 schlug auch hier wieder zu (Primär Links und Inhalte). Zu jedem Zeitpunkt wurde entsprechend reagiert. Das Unternehmen erholt sich und rankt für seine wichtigen Keywords.

Fazit: Wir müssen mit Google Penalties leben und aktiv etwas dagegen tun

Link Risk Management bezeichnet das aktive Überwachen von Linkprofilen, um im Notfall eingreifen zu können, ohne dass es zu einem Desaster kommt. Abstrafungen durch Google wird es immer geben. Manche merkt man aufgrund des blauen Briefes von Google, andere bemerkt man nicht. Wenn das Geschäftsmodell einen großen Anteil von Kunden über Google bezieht, dann ist es notwendig, aktives Link Risk Management zu betreiben.

Darüber hinaus schützt eine Google sichere Content Strategie davor, mit den Inhalten abgestraft zu werden.

 

Weiterführende Quellen:

Ryte Magazin über Google Abstrafungen

Xovi erklärt Google Penalty

Sitrix erklärt: Google Penalties

Google Penguin 4.0 – Chancen und Risiken

Wie man Google Updates überlebt und dabei seinen Umsatz stärkt

Buchtipp: Negative SEO Attacken erkennen und beseitigen