Anfang Juli sahen wir uns konfrontiert mit einer Negative SEO-Attacke bei einem Kunden. Aufgefallen ist diese dadurch, dass der Kunde für sein Hauptkeyword an Position verloren hat, während er für Kombinationen seines Keywords nach wie vor sehr gute Top 10 Positionen inne hielt.
Da es nicht wirklich signifikante Änderungen auf der Website gab, fiel der Verdacht sehr schnell auf die Backlinks. Bereits im Vorfeld hatten wir darauf hingewiesen, dass wir immer wieder schlechte Verlinkungen identifizieren.
Im Rahmen unseres Link Risk Managements haben wir uns die Backlinks genauer angeschaut.
Die Grafik zeigt den errechneten DETOX-Wert für die Backlinks der Kundendomain an und wie diese sich innerhalb einer Woche verändert haben. Bei einer Bewertung ab ca. 1000 ist die Website höchst gefährdet für eine Abstrafung durch Google.
Innerhalb nur einer Woche stieg die Anzahl an toxischen Backlinks. Zu diesem Zeitpunkt haben wir uns mit dem manuellen Link Audit beschäftigt. Beim Link Audit wird jede Verlinkung geprüft. Die Website hat ungefähr 777.000 Backlinks.
Zum Zeitpunkt, zu dem wir das Disavow-File in der Search Console hochladen wollten, haben wir mit LinkResearchTools NG, bei der wir einer der wenigen Alpha-Tester sind, einen erneuten Check gemacht und tatsächlich noch mehr Links gefunden, die schlecht waren.
Für den Kunden und dessen Domain(s) haben wir Link Alerts eingestellt, so dass wir bei neuen Backlinks informiert werden – das gehört im Rahmen des Link Risk Managements zu unserem Service.
Schon während der Bewertung der Verlinkungen erhielten wir täglich weit über 100 neue Backlinks – fast alle schlechter Natur. Durchgängig hauptsächlich auf die Marke oder das Keyword bezogen (ein gutes Beispiel dafür, dass der Realtime-Penguin-Algorithmus hier sehr gut funktioniert und die Seite tatsächlich dann auch nur für das besagte Keyword abstraft).
Bei der Abwertung wurden 51% der Backlinks entwertet (via Google Disavow), danach haben wir Google via DETOX-Boost dazu aufgefordert, die ganzen schlechten Links neu zu crawlen. Dadurch konnte die Berechnung für das Ranking des Kunden schnell korrigiert werden.
Innerhalb von 5 Tagen nach der Abwertung der schlechten Links verbesserte sich die Website für viele Keywords zum Teil wieder um 43 Positionen. Das Majorkeyword ist fünf Tage nach der Abwertung wieder auf Position 5.
Trotzdem ist der Kunde nun nicht davor sicher, keine weitere Negative-SEO Attacke mehr zu erhalten. Im Gegenteil, man muss weiterhin die neuen Links bewerten und ggf. auch abwerten.
Solche Attacken sind der Grund, vermehrt in Link Risk Management zu investieren.
Gestern hat mich Christoph Cemper von den LinkResearchTools zu diesem Thema interviewt.
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(Interview Christoph Cemper, Found Link Research Tools mit Ralf Seybold, LRT Certified Xpert)
Ralf Seybold ist einer der anerkanntesten SEO Experten in Deutschland. Er ist Inhaber der Premium SEO Agentur SEYBOLD – Agentur für Sichtbarkeit, Begründer des Sichtbarkeitsmanagements, IT Professional seit 1989, Internet Professional seit 1998. Regelmäßig gehört sein Unternehmen zu den Top 100 SEO Dienstleistern. Zahlreiche Auszeichnungen und Preise, sein Engagement als Speaker auf verschiedenen Konferenzen, sowie seine Arbeit als Contributor bei semrush, ahrefs, Link Research Tools und SpringerGabler haben ihm eine entsprechende Reputation eingebracht.
Ralf Seybold ist Autor verschiedener Publikationen, regelmäßig Experte bei SEMRUSH Site Clinics, IMPULSE – Das Unternehmermagazin, Experte bei Website Boosting, Speaker z.B. SEOCAMPIXX 2019, 2020, 2022; Verschiedene Preise und Auszeichnungen für Dienstleistungen und Produkte; Verfügbar als Consultant, Dienstleister und für Seminare, Vorträge