Google Realtime Penguin – Wie reagiert man auf das neue Google Update?

Lesezeit: 6 Minuten

Dieser Artikel erklärt die Gefahren und Möglichkeiten des Google Penguin Realtime Algorithmus Updates und welche Maßnahmen in 2016 notwendig werden, um vor negativen SEO-Maßnahmen geschützt zu sein.

Was ist Google Penguin?
Auswirkungen von Google Penguin
Google Realtime Penguin – Segen oder Fluch?
Toxische Links: Wie wirken sich toxische Links aus?
Google Update bereits ausgerollt?
Vorgehensweise und Reaktion auf das Google Update

 

Positionsveränderungen in Echtzeit, sofortiges korrigieren und entfernen schlechter Backlinks, schnelle Erholung von Abstrafungen durch Google – Realtime Penguin steht vor der Tür.

Seit Oktober kündigt Google den “real time penguin algorithm” an. Dieses neue Update, auch Penguin 4.0 genannt, bietet dann erstmalig die Möglichkeit der schnellen Rehabilitation einer Website. Man muss nicht erst auf das nächste Update warten, sondern kann schlechte Links schnell loswerden und auch gleich der entsprechenden Rankingverbesserung zuschauen.

Was ist Google Penguin?

Grundsätzlich ging es Google mit den Penguin-Updates darum, sogenannten Webspam einzudämmen. Dies umfasst alle Maßnahmen und Techniken, die im Rahmen der Suchmaschinenoptimierung durchgeführt werden, um ein besseres Ranking der Website in den Suchergebnissen zu erlangen, jedoch nicht konform den Google Webmaster Richtlinien sind.

Zu Vorderst soll damit der Kauf von Links und der Aufbau von Linkfarmen eingedämmt werden. Auch der Aufbau und die Geschwindigkeit von Links, die auf eine Website gerichtet sind, werden darüber überprüft und verdächtige (und überführte) Seiten abgestraft. (Vgl. OnPage.org)

Auswirkungen von Google Penguin

Wie sich so etwas auswirkt und wie man von dieser Abstrafung geheilt werden kann, zeigt sehr schön der Artikel der LinkResearchTools am Beispiel von Home24.

Diese sind plötzlich im Rang innerhalb von Google abgefallen:

(Quelle: LinkResearchTools)

(Quelle: LinkResearchTools)

Bei näherer Betrachtung zeigte sind ein deutliche Schwankung zwischen Power & Trust der verlinkenden Domains.

(Quelle: LinkResearchTools)

(Quelle: LinkResearchTools)

Deutlich erkennbar ist die “Übermacht” von kraftvollen Links gegenüber Links, die “Vertrauen” schaffen. Power trifft dabei eine qualitative Aussage über die Stärke des Links, während Trust die Berechnung der Vertrauenswürdigkeit einer Seite durch das vererbte Vertrauen von einer vertrauenswürdigen Seite darstellt.

Bei tieferer Analyse zeigt sich bei diesem Beispiel erstmalig, dass eine Website abgestraft wurde, weil negative SEO-Faktoren bewusst genutzt wurden. Eine ganze Reihe bereits abgestrafter Websites wurden mit Links zu Home24 versehen, was die Website von Home24 ins bodenlose fallen ließ. Vollzogen von Mitbewerbern? Nicht beweisbar.

Google Realtime Penguin – Segen oder Fluch?

Mit Realtime Penguin ist es nun möglich, nach der Abwertung solcher Links (ja, das muss man immer noch durch einen Spezialisten machen lassen, der auch erkennen kann, welches die “schlechten” Links sind), kuriert sich eine Webseite wesentlich schneller, als früher – da musste man z.T. auf das nächste Update warten.

Ein Segen, sollte man meinen, aber das obige Beispiel zeigt, wie man im umgekehrten Fall daraus einen echten Fluch machen kann. Denn: Hart umkämpfte Branchen werden mit negativen SEO-Maßnahmen überschwemmt werden, weil es leicht ist, einen Mitbewerber mit solchen verbotenen Maßnahmen aus dem Rennen zu kicken.

Deshalb ist der Trend 2016 die totale Überwachung der bestehenden Links, rechtzeitiges Erkennen von gefährlichen Links und dem sofortigen Eingreifen, um diese schlechten Links wieder los zu werden.

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So ausgefuchst die SEOs in bestimmten Branchen (Banken, Kredite, Versicherungen, Casino, Erwachsenenthemen etc.) sind, zeigt sich schon heute, wo wir erkennen, dass bestimmte Suchworte letztlich von einem Unternehmen dominiert werden, das fünf der begehrten 10 Links auf der Top-Seite von Google mit unterschiedlichen Domains nutzt. Nicht leicht nachzuweisen und nachzuvollziehen, aber wenn man tief greift, tun sich an dieser Stelle Abgründe auf.

Toxische Links: Was also passiert, wenn solche Unternehmen ihre Mitbewerber mit toxischen Links versehen?

Die betreffende Domain stürzt ab, wie im Beispiel von Home24.

(Quelle: LinkResearchTools)

(Quelle: LinkResearchTools)

Wenn nur noch 40% gesunde Links vorhanden sind krankt die Domain und fällt im Ranking ab.

Kommen solche Links über Link-Netzwerke, wird es schwierig herauszufinden, welche Links letztlich für die schlechte Reputation verantwortlich sind. Die schlechten Links könnten so versteckt sein, dass diese zunächst nicht ersichtlich sind. Optimierungen der Seite zeigen dann möglicherweise keine Wirkung bzw. steht das Unternehmen vor dem Rätsel, dass zwar “alles gemacht wurde”, um eine bessere Position zu erhalten, sich das Ranking aber nicht wirklich verbessert.

Zum Beispiel könnte die Website einfach auf der Suchergebnissliste Seite 2 feststecken. Das sieht dann auf den ersten Blick nicht nach Hinderungen durch schlechte Links aus. Eine Tiefenanalyse der Links wird dann erforderlich, zu erkennen, woran es liegt.

Solche Negative-SEO-Strategien wird es geben. Zunächst wird mit dem Realtime-Penguin-Algo experimentiert werden. Black Hat SEOs werden prüfen, was es benötigt, um eine Seite abfallen zu lassen. Vielleicht erlebt die Branche tatsächlich den Abfall einzelner Seiten wie tote Fliegen. Dies wird jedoch dazu genutzt, Erfahrungen über den Algorithmus zu sammeln.

Im zweiten Schritt werden dann die wichtigsten Mitbewerber langsam infiltriert und “langsam nach unten gedreht”. Für das Unternehmen schwierig erkennbar.

Google Update bereits ausgerollt?

Am 4. Januar tweetet Gary Illyes, Webmaster Trends Analyst bei Google, “the penguins are getting closer to freedom, but we don’t have a specific date yet @google @mattcutts” und “I realise that’s not what you were looking for, but we can’t release something we haven’t tested extensively”. (Quelle: SemPost)

Am 6. Januar beobachtet das Accuranker-Team eine große Fluktuaktion über 6.000 US Keywords innerhalb ihres Tools. Das könnte ein Anzeichen für die ausgiebigen Tests sein, das Gary Illyes angekündigt hat.

Keyword-Bewegungen der letzten Tage, Quelle: AccuRanker

Keyword-Bewegungen der letzten Tage, Quelle: AccuRanker

 

Der dunkelorange Balken zeigt eine außergewöhnlich große Bewegung der Keywords in Mobile und Desktop verglichen mit den üblichen Tagen. Während AccuRanker bereits auf das Rollout tippt, denke ich, dass es sich hier um einen umfangreichen Test handelt.

Update: 09.01.2015: Ebenso Algoroo: Dort zeigt der Ausschlag vom 6. Januar ganz deutlich, dass er eine ebensolche Stärke hat, wie die wichtigsten Algo-Updates im Jahr 2015. Höher sogar als Mobile-Friendly oder das Quality-Update und stärker als Panda 4.2, Https-Update oder Hacked-Page Update… Für mich ein Anzeichen dafür, dass Google Realtime-Penguin aktiv ist.

Algoroo zeigt deutlichen Ausschlag in Algorithmusbewegungen innerhalb Google

(Quelle: Algoroo)

 

Vorgehensweise und Reaktion auf das Google Update

Wann auch immer das Update eingespielt wird, in vielen Branchen wird ein Umdenken notwendig werden. Die Gefahr, dass ein Mitbewerber ungewünschte Links einspielt besteht zwar schon seitdem Google schlechte Links bestraft, aber erst durch eine Echtzeitreaktion auf solche Links kann sich die Dramatik entfalten.

Größter Trend 2016 wird daher das Monitoren von Positionen und Backlinks.

Wer sich vor den negativen Auswirkungen des Realtime-Penguin-Algorithmus wappnen will, sollte folgende Punkte in seine Online-Marketing-Strategie ab 2016 integrieren:

  1. Content – gute Inhalte produzieren

    Entwickeln Sie guten und brauchbaren Content der dazu animiert, gute ordentliche Links zu erhalten. Ein gesunder Zuwachs von neuen, guten Links wirkt sich auf eine gesunde Positionierung in den SERPs (Suchmaschinenergebnisseiten) aus.

  2. Social Communication – gute Inhalte teilen und Kontakt zu den Kunden halten

    Teilen Sie gute Inhalte und prüfen Sie, wie diese ankommen.
    – Wie viele Retweets produzieren Ihre Inhalte?
    – Wie viele Likes generiert Ihr Facebook-Post?
    – Wie viel Rückmeldungen gibt es auf Ihre Newsletter (Klicks auf Links, Prozentsatz gelesener Newsletter, etc.)?
    – Welche sozialen Netzwerke sorgen für beste Verteilung?
    – Wer sind die Beeinflusser Ihrer Branche? Finden Sie heraus, welche Personen für ein kurzfristiges Rauschen oder für langfristig gute Verteilung von Inhalten verantwortlich ist.

  3. Monitoring – behalten Sie Keywords und Platzierung im Auge

    Werten Sie regelmäßig (mindestens einmal monatlich) Ihre Keywords und die dazugehörige Platzierung aus.
    – Bleibt die Position?
    – Verbessert sie sich?
    – Rutschen Sie langsam ab?
    Solche Merkmale müssen dann gegebenenfalls in der Tiefe analysiert werden.

  4. Link Watch – Auf wertvolle Backlinks aufpassen

    Behalten Sie Ihre Backlinks im Auge. Beobachten Sie, wer auf Sie verlinkt und mit welchem Inhalt.
    – Wachsen Ihre Links unnatürlich an?
    – Wie sehen die Ankertexte der Links aus?
    – Welche Änderungen ergeben sich im Link-Mix? (Verhältnis der verschiedenen Links, siehe auch hier)
    – Klassifizieren Sie neue Links

  5. Link Detox – Werden Sie böse Verlinkungen los

    Sind neue Links potenziell toxisch, so müssen diese zeitnah abgewertet werden.
    – Lernen Sie, wie Sie toxische Links erkennen. Dazu gibt es einige (nicht kostenfreie) Tools oder entsprechende Dienstleister. Das derzeit beste Tool sind sicherlich die LinkResearchTools mit seinen entsprechenden Modulen LinkDetox, LORT etc.
    – Werten Sie die toxischen Links zügig ab, mit so wenig Zeitverzug wie notwendig.

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Sichtbarkeitsmanagement und SEO-Strategien werden sich 2016 danach ausrichten, den meisten positiven Effekt bei den Usern zu erzielen. Dazu ist Content nach wie vor King. Guter Inhalt wird geteilt, wird geliked, wird nach außen getragen. Zu diesem schon die letzten Jahre anhaltenden Trend kommt frisch hinzu, dass es immer wichtiger wird, sich um gute Links zu bemühen und – mit dem Realtime-Update nun endgültig – sich zeitnah darum zu kümmern, schlechte Links wieder loszuwerden.

Realtime Penguin by Google (free at pixaby)