SEO und UX – Wie wichtig ist Design wirklich?

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Es war Steve Jobs, der uns mit den Worten “Design ist nicht nur, wie etwas aussieht. Design ist auch, wie etwas funktioniert.” seine Produktphilosophie erklärte. Optik und Nutzererfahrung gehen meist Hand-in-Hand miteinander, aber User-Experience (UX) ist mehr als nur ein gutes Aussehen. Es umfasst auch:

  • relevante und attraktive Inhalte
  • gut lesbare Texte
  • eine klare Seitenstruktur und
  • kurze Ladezeiten

Eine gute UX führt den Nutzer schnell an sein Ziel. Durch dieses positive Erlebnis bleibt er auf der Webseite, schaut sich um und kehrt eventuell wiederholt auf Ihre Seite zurück.

In den letzten Jahren hat sich die Erwartungshaltung von Kunden und auch von Besuchern einer Website drastisch verändert. Vor einiger Zeit noch war SEO (engl.: Search Engine Optimization) die “einfache” Suchmaschinenoptimierung. Heute gehört mehr dazu, um bei Suchmaschinen ganz vorne mitspielen zu können: technische und optische Optimierungen sind nicht zu unterschätzen. Nutzer schauen sich eine Webseite, welche optisch ansprechender ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch wirklich an und lesen die Inhalte. Ist die Struktur technisch perfekt aufgebaut finden User sich schneller auf der Homepage zurecht, halten sich länger dort auf, klicken sich gerne durch und beschäftigen sich intensiver mit angebotenen Produkten oder Dienstleistungen.

Besonders in einer Zeit, in der mobile Geräte mehr an Relevanz gewinnen, sollte man auch bei der mobilen Ansicht einer Website auf die User Experience achten. Sucht der Nutzer während er unterwegs ist nach Informationen, möchte er auf alles Wichtige schnell zugreifen können. Hier hilft ein schlichtes, prägnantes Design und eine klare Struktur, die durch ihre einfach Nutzbarkeit, alles mit wenigen Klicks erreichbar macht.

Vergessen Sie nie, vor allem für Ihre Besucher zu optimieren und nicht nur für die Suchmaschine.

Das beginnt mit der Optimierung für den Text auf der Seite. Vor allem bei Begriffen, die nicht eindeutig sind, oder ein erklärendes Beiwort benötigen, um eindeutig zu werden.

So funktioniert Google bei doppeldeutigen Begriffen

Was und wie etwas zu eingegebenen Suchbegriffen auf Google erscheint, wird durch einen Algorithmus bestimmt. Warum jemand aber darauf klickt, entscheidet, neben einer guten Meta-Beschreibung, das Design des Suchergebnisses.

Verwendet man doppeldeutige Suchbegriffe, werden die Grenzen von Google sehr deutlich. Unter doppeldeutigen Begriffen versteht man Worte, die mehrere Bedeutungen haben. Man kennt diese vielleicht noch aus der Kindheit als „Teekesselchen-Spiel“.

Gibt man in der Google-Suche zum Beispiel “morgenstern” ein, erscheint Folgendes:

Morgenstern in der Googlesuche

Google reagiert hierauf perfekt und geht auf beide möglichen Ergebnisse ein: Sowohl der Wikipedia-Eintrag für das Gestirn (Morgenstern) und die mittelalterliche Waffe (Morgenstern) werden angezeigt. Eine Optimierung der Website für diesen Suchbegriff wäre also nur sinnvoll, wenn Sie mit einer genauen Definition arbeiten.

Bei solch einer Suche, versteht Google jedoch die doppelte Bedeutung nicht immer richtig.

Erinnere ich mich, dass Schorndorf eine tolle Musikkapelle hat und diese unter “Schorndorfer Kapelle” suche, bekomme ich diese Ergebnisse:

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Die Schorndorfer Kapelle auf Google finden

In erster Linie wird die Kapelle auf dem alten Friedhof angezeigt, nicht aber wie gewünscht die Stadtkapelle des Schorndorfer Musikvereins. Das kann daran liegen, dass die Schorndorfer Stadtkapelle für eine solche Wahrscheinlichkeit nicht optimiert ist und Google so die Suchintention noch nicht erkennt. Die Suchmaschine benötigt hier also mehr Anreize, um genau das zu finden, wonach der Nutzer sucht.

User Experience: Schlechte Nutzbarkeit in der Praxis

Vielen Website-Betreibern ist eine fehlende User Experience gar nicht bewusst. Zentraler Aspekt ist eine sinnvolle Nutzbarkeit der Inhalte. Wenn ein Nutzer etwas erwartet, was nicht erfüllt wird, ist er enttäuscht. Das wirkt sich auf sein Nutzerverhalten negativ aus.

Daher: Welche Fragen Sie unbedingt prüfen sollten:

Wird Google Maps richtig geladen?

Google Maps kann nicht richtig geladen werden

Auf dieser Webseite kann die Google Maps Karte nicht richtig geladen werden. Solch ein Fehler kann zur Folge haben, dass Besucher nicht weiter nach einem anderen Weg zu Ihnen suchen und Ihre Website unzufrieden verlassen. Unternehmen, für die Besucher vor Ort von immenser Wichtigkeit ist (z.B. Restaurants), sollten besonders auf die richtige Einbindung einer Google Maps Karte achten. Bei einem Restaurant ist die Wegbeschreibung ein sehr wichtiger Punkt und essentiell für eine gute Nutzererfahrung.

Funktionieren Dinge nicht wie gewohnt, verlieren  Kunden schnell das Interesse.

 

Haben Sie ein gültiges SSL Zertifikat?

Auch eine sichere Webseite ist wichtig für eine gute User-Experience.

Fehlendes oder ungültiges SSL-Zertifikat führt zur nicht sicheren Seiten

Sollten Sie kein gültiges SSL Zertifikat besitzen, wird Ihre Webseite als „nicht sicher“ eingestuft und von Google auch so angezeigt. Im Zweifelsfall zeigt auch der Browser dicke, ganzseitige Warnungen noch vor der Benutzung an. Potentielle Kunden besuchen vielleicht keine unsichere Homepage und werden durch die Meldung in Ihrem Browser abgeschreckt. Soll auf so einer Seite zum Beispiel ein Einkauf stattfinden, hält diese Meldung die größte Zahl der Nutzer von diesem Kauf ab.

Außerdem widerspricht das der DSGVO, da der Kontakt und Datenaustausch nicht über eine geforderte, sichere Leitung stattfindet. Sie riskieren hier also auch noch einen rechtlichen Fehler, Abmahnungen und/oder Strafen.

 

Ist Ihre Website mobil responsive und sind PlugIns aktuell?

Schlechte Nutzbarkeit in der Praxis

Diese Webseite vereint sehr viele User-Experience Fehler auf einmal. Die Seite ist Mobil nicht nutzbar, es gibt keine SSL Verschlüsselung und dazu noch ein veraltetes Adobe Flash Player Plugin. Die Webseite schafft dadurch wenig Vertrauen und wirkt unprofessionell.

Würden Sie diese Quelle als vertrauenswürdig einstufen und sich darüber informieren? Viel eher würden Sie sich doch eine weitere Quelle suchen, die einen besseren Eindruck hinterlässt.

UX & technisches SEO: Designelemente, Javascript, Pre-Rendering

Je fortschrittlicher die technischen Spielereien werden, desto wichtiger ist die Investition in einen soliden, funktionierenden technischen Unterbau der Webseite. Technische Spielereien führen ganz schnell zu einer Überfrachtung der Seite, die dann für den Nutzer immer unbrauchbarer wird. Dies sind dann zwar tolle Gimmicks auf der Seite, meistens leidet aber die Nutzbarkeit darunter. Der Informationsgehalt – und sei er noch so gut – wird unbrauchbar und rückt in weite Ferne.

Das ist schlecht für den Nutzer und somit für das Google-Ranking katastrophal.

Jedes noch so sinnvolle Design-Element und natürlich auch der Content sind wichtig für eine schnelle Render- und Ladezeit, die Ihr Nutzer in Kauf nehmen muss. User wünschen sich eine schnelle Webseite mit detaillierten und übersichtlichen Informationen.

Unsere Welt ist schnelllebig, wir haben kaum noch Zeit: Wer möchte nicht im Supermarkt an der kürzesten Schlange stehen? Und genau so sieht es mit der Wartezeit auf Webseiten aus. Bei 5 Sekunden Wartezeit ist die Absprungrate bei 90%. Bei drei Sekunden immerhin auch schon bei 32% (Quelle: Google).

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Die Gestaltung des Layouts und die Anordnung der Informationen hinsichtlich der Suchintention und den Zielen des Benutzers hat hier direkten Einfluss auf die Benutzererfahrung und die Erfahrung bei der Nutzung von Suchmaschinen.

Was kann man tun um seine Webseite technisch perfekt zu machen?

  • Seite regelmäßig checken (Google Page Speed etc.) und die Maßnahmen aus den Ergebnissen umsetzen
  • Bildkompressionen, Code, etc. überprüfen
  • Web-Security ist ein „Must-Have“
  • Mobil angepasste Webseite
  • Regelmäßige Updates und Kontrollen des CMS

Achten Sie unbedingt darauf aktuelle Technik zu verwenden, auch Javascripts müssen Sie richtig anpassen, um die Renderzeiten nicht negativ zu beeinflussen. Ihre Seite kann dadurch besser bei Google gelistet werden und führt zu einer guten Position für Ihre wichtigsten Keywords im Google Index. Eine gute Übersicht zu Javascript und SEO hat Artur Kosch zusammengestellt (https://koschklinkperformance.de/javascript-seo/).

Denken Sie an den schnellen und zügigen Aufbau der Webseite, sowohl in der Desktop Version, als auch Mobil. Gimmicks dürfen NIE zum Sinne der Anwendung sein – die Inhaltsbeschaffung darf darunter nicht leiden.

Well, SEO and UX belong together!

Neben der Optimierung für die Suchmaschinen ist die Usability nicht zu unterschätzen: Gute Nutzbarkeit einer Website entscheidet über den Verbleib in den Top 10!

In Zukunft werden SEO und UX weiterhin gemeinsam für gute Erfahrungen auf Webseiten sorgen. Achten Sie also auf beides, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass viele Nutzer sich nach dem ersten Besuch erneut für Ihre Website entscheiden.

Erschaffen Sie für Ihren Auftritt im Internet Inhalte, die zum einen attraktiv und relevant für Ihre Branche sind und zum anderen gut lesbar für Ihre Website-Besucher. Bei der Auswahl des Designs sollten Sie darauf achten in der Struktur klar zu bleiben. Überprüfen Sie auch regelmäßig die technischen Aspekte, um Kunden und Neukunden zu jeder Zeit eine gute User Experience bieten zu können.

SEYBOLD hilft im Rahmen von UX-Audits bei der Verbesserung der Inhalte und Strukturen.

 

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