
Linkbuilding im Wandel: E-E-A-T und Künstliche Intelligenz als neue Erfolgsfaktoren
Wie sich die Strategien des Linkbuildings unter Berücksichtigung von E-E-A-T und KI verändern
Linkbuilding ist seit jeher ein zentraler Bestandteil der Suchmaschinenoptimierung (SEO). Mit der zunehmenden Bedeutung von E-E-A-T (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness) und dem Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI) hat sich die Landschaft jedoch grundlegend verändert. Wo es früher darum ging, einen starken Artikel von einer vertrauensvollen Seite zu bekommen, reicht dies heute nicht mehr aus. Wichtiger ist, sich innerhalb des Filters „EEAT“ zu positionieren und die Seiten zu identifizieren, die eine Künstliche Intelligenz heranzieht, um ein Ranking zu produzieren.
Wir benötigen neue Impulse und müssen das herkömmliche Linkbuilding durchleuchten und modernisieren. Die Optimierung erfolgt längst nicht mehr nur für Google und Google hat als verlinkende Seite mittlerweile nur noch einen Anteil von 63%.

Seiten wie Reddit, Facebook, LinkedIn und andere werden immer stärkere Faktoren, wenn es darum geht, auf Webseiten zu verlinken oder Inhalte zu präsentieren.
Hinzu kommen die Versuche, mit künstlicher Intelligenz vernünftige Informationen zu präsentieren.


Wir bewegen uns also in der Komplexität der Suchmaschinenoptimierung in einem Bereich, bei dem es nicht mehr nur darauf ankommt, eine Seite in Google zu platzieren. Vielmehr kommt es darauf an, die Seite so aufzubereiten, dass die KI als Ergebnis einer Suchanfrage eigentlich die jeweilige Unternehmensseite, das Produkt oder das Unternehmen empfehlen muss.
Das Schöne daran: Die Älteren unter uns Marketeers erinnern sich noch, wie man 1998 optimieren musste.

Es wird also ernst für alle faulen Suchmaschinenoptimierter. Wir können uns nicht nur auf Google verlassen, wir müssen über den Tellerrand hinausdenken.

Das Gute daran: Manches bleibt erhalten. Denn einige Punkte müssen auch weiterhin beachtet werden.
Noch immer gilt:
- Content: Die Verfügbarkeit von relevantem Contentbzw. Angeboten und Lösungen bleibt Grundvoraussetzung
- Technisches SEO: Technisches SEO & Info-Architektur machen Content auffindbar und optimieren die Performance
- Popularität: Links helfen Google, die Relevanz der Inhalte einzuschätzen
Neu hinzugekommen sind aber Nutzersignale, wie UX und EEAT
- EEAT: E-E-A-T ist ein Suchfilter, den Google nutzt, um die Qualität der Webpräsenz zu bewerten
- UX: Die User Experience entscheidet über die Performance innerhalb und den Verbleib in den Top10
Was ist E-E-A-T?
Definition und Bedeutung
E-E-A-T ist ein Konzept von Google, das die Qualität einer Website anhand der Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit der Inhalte und deren Autoren bewertet. E-E-A-T ist Googles Qualitäts-Konzept und vereint Komponenten aus Offpage-Bewertungsmethoden (z.B. PageRank), Onpage-Content-Bewertungs-Methoden (z.B. Panda) und Bewertung von Entitäten (Autoren und Organisationen).
Bis Dezember 2022 hieß E-E-A-T noch E-A-T.
Wir empfehlen hierzu noch einige weitere Informationen rund um EAT aus unserem Blog
Die vier Komponenten von E-E-A-T
- Experience (Erfahrung): Qualität der Inhalte.
- Expertise (Expertise): Wissen und Erfahrung des Autors.
- Authoritativeness (Autorität): Bekanntheit und Anerkennung des Autors.
- Trustworthiness (Vertrauenswürdigkeit): Glaubwürdigkeit der Inhalte und des Autors.
Welche Eigenschaften gehören zu E-E-A-T?
- Werden Autoren für Fachbeiträge angegeben?
Und: Sind dies Fachmänner oder existiert eine Expertenüberprüfung? - Wird ein Datum der Veröffentlichung / Aktualisierung angegeben?
Sind also alle Inhalte aktuell und ein Indiz dafür, dass sie auf dem aktuellen fachlichen Stand sind? - Werden Quellen & weiterführende Links angegeben?
- Gibt es positive Rezensionen & Bewertungen? Sind diese auf der Seite eingebunden?
- Sind Zertifizierungen, wie z.B. DIN vorhanden und auf der Website eingebunden?
- Sind Backlinks von Domains mit hoher Autorität vorhanden?
Welche Eigenschaften generieren E-E-A-T – Trust?
Firmen generieren Entität durch
- Website
- Branchenverzeichnisse
- GMB
- Social-Media-Kanäle
Inhalte und Erwähnungen, die Entität schaffen durch:
- Pressemitteilungen, die entweder Personen oder Produkte der Website erwähnen oder verlinken.
- Berichte, die/das Produkt der bzw.- das Thema der Firma oder Website indirekt bestätigen
Personen generieren Entität durch:
- Einträge in Xing, LinkedIn, Facebook (dadurch kann die Person referenzieren)
- Wikipedia Eintrag
- Google Scholar
- Persönliche Website oder Branding Seiten z. B. Pinterest etc.
- Google Knowledge

Linkbuilding mit E-E-A-T
Traditionelles Linkbuilding vs. E-E-A-T Linkbuilding
Traditionelles Linkbuilding konzentrierte sich hauptsächlich auf die Anzahl und Qualität der Backlinks. Mit E-E-A-T rückt die Qualität und Relevanz der verlinkenden Seiten sowie die Autorität der Autoren stärker in den Fokus.

Praktische Ansätze und Beispiele
- Verlinkungen auf hochwertige und vertrauenswürdige Seiten
- Einbindung von Expertenbeiträgen
- Nutzung von Branchenverzeichnissen und Portalen wie Medium oder Google Scholar
Die Rolle von Künstlicher Intelligenz (AI) im modernen Linkbuilding
KI-gesteuerte SERPs (Search Engine Results Pages)
KI verändert die Art und Weise, wie Suchergebnisse dargestellt und bewertet werden. Dies betrifft auch die Gewichtung und Bewertung von Backlinks.
Die Mechanik von E-E-A-T und KI
Google verwendet Patente wie Agent Rank und Speaker Identification, um die Identität und Expertise von Autoren zu erkennen und zu bewerten.
Wie Google-Patente helfen können, die Funktionsweise von EEAT zu erklären
- Agent Rank – Patent hat Google bereits 2007 angemeldet
- Dieses Patent hilft, das Ranking von Seiten zu verbessern, basierend auf der Identität von Autoren oder Herausgebern.
Google findet heraus ob eine Seite den Namen eines Experten fälschlicherweise als Autor eines Artikels verwendet hat, den er nicht geschrieben hat.
- Speaker Identification – Patent hat Google 2020 angemeldet
- Sprecher mithilfe von Spracherkennung zu identifizieren
- Häufig wird das Patent an Orten, wie YouTube angewendet
Google möchte tatsächliche Redner und Autoren und Websites indizieren
auf der Grundlage der Merkmale, die sie einzigartig machen.
Google erkennt Entitäten, die in einem Knowledge Graph enthalten sind
- Seit 2018 arbeitet Google mit der US-Volkszählung, der Weltbank und anderen Datenquellen in einer offenen Datenbank namens Data Commons zusammen.
- Google wird die Verarbeitung natürlicher Sprache verwenden, um die Benutzerabsicht besser zu verstehen und Abfragen relevanten Quellen in Data Commons zuzuordnen.
- Google kennt Entitäten anhand demoskopischer/demografischer Merkmale
A: Website-Repräsentationsvektoren – Patent wurde 01. August 2018 eingereicht
- Patent kann feststellen, ob eine Person oder Marke ein echter Experte in dem jeweiligen Gebiet ist.
- Google ist in der Lage, Websites in verschiedene Fachkategorien wie Experten, Auszubildende und Laien zu klassifizieren
- Analysieren des Textes oder der Bilder auf der Website.
- Betrachten anderer Website-Inhalte (z. B. Links).
- Eine Kombination aus zwei oder mehr der oben genannten.
B: Obtaining Authoritative Search Results – Patent wurde 2017 von Google erteilt.
- Google kann Websites von Websites unterscheiden, die von geringer Qualität sind aufgrund von seichten Inhalten oder zu viel Werbung.
- Auch mit diesem Patent arbeitet Google daraufhin, die Autoren zu identifizieren.
- Google erkennt Relevanz der Website
Website Representation Vectors
- Das Patent bestimmt, welche Inhalte als YMYL (Your Money, Your Life) gelten.
- Google verwendet neuronale Netze, um Muster und Merkmale hinter Websites zu verstehen.
- Vor allem um die Websites der Kategorie wie Gesundheit, Medizin, Finanzen und mehr zu klassifizieren.
- Kein Patent für die Frage, ob Google EEAT die Autoren-, Seiten-, Domain- oder Markenebene misst.
- Jedoch gibt es Richtlinien zur Suchqualität für den Ersteller des Hauptinhalts und den Hauptinhalt selbst sowie die Website.
- Google hat 2019 seine Qualitätsrichtlinien überarbeitet, um den Begriff YMYL von Überlegungen auf Seitenebene auf „Themen“ auszudehnen.
Google-Produkte und deren Einfluss auf E-E-A-T
Wichtige Google Produkte
Produkte wie Google My Business, Google Scholar, und der Google Knowledge Graph spielen eine wichtige Rolle bei der Bewertung von E-E-A-T.
Zahlreiche Produkte werden von Google angeboten. In jedem dieser Produkte ist es möglich, eine entsprechende Vertrauensstellung aufzubauen. Folglich sollte dies genutzt werden.
EEAT durch Google Produkte

Google Produkte


Für Unternehmen

Für Entwickler

Integration und Nutzung für besseres Linkbuilding
- Nutzung von Google-Produkten zur Steigerung der Autorität und Sichtbarkeit
- Integration von Google Jobs, Google News und anderen relevanten Produkten

Wichtig ist es, bei Artikeln die jeweilige Fachkompetenz herauszustellen und zu präsentieren. Erst durch eine Referenzierung dieser Informationen kann Vertrauen erfolgen. Vielleicht ist das die Möglichkeit, Kompetenzen vermeintlich ohne Backlinks darzustellen.
Exkurs: Die drei Punkte in den Suchergebnissen
Während der Beta-Phase haben wir die „drei Punkte“ in den Suchergebnissen überprüft. Zum Zeitpunkt der Beta gab es zahlreiche Informationen, die heute nicht mehr verfügbar sind.
In dieser Forschung haben wir:
- Top 10 verschiedener Branchen analysiert
- Deutschland und USA
- Verschiedene Suchbegriffe (Money Keywords) verwendet
- Suchbegriffe erweitert, wenn notwendig
- Besonderheiten analysiert
- Backlinks überprüft
- „Indexiert erstmals am“ ausgewertet
- Rezensionen angeschaut

Im Ergebnis daraus ergibt sich eine spannende Information von „Must-have“ Einträgen, die Google offensichtlich für eine Bewertung heranzieht.
| Thema | Relevante Plattform |
| Social “Unternehmenseinträge” | In Deutschland eher XING als LinkedIn |
| Handelsregister | Northdata, Creditreform |
| Bewertungsportale | Golocal, Provenexpert, Feedbax, Trustpilot, Trustami, Trusted Shops |
| Größe des Unternehmens | Kununu, Stepstone, Indeed |
| Lexika/Wikis | Wikipedia, Presseportale, Tageszeitungen |
| Jobs | Stepstone, Indeed |
| Portale | Agenturtipp (mit Bewertungen) für deutsche SEO-Agenturen, Firmenverzeichnisse, europages.de, Unternehmen24.info |
Die wichtigsten Bewertungsplattformen sind aufgrund unserer Forschung:
- bewertet.de
- Golocal
- Kununu
- (Trusted Shops)
- (Amazon Kundenrezension)
- (TripAdvisor)
- Yelp
- Google My Business
- Glassdoor
- Yably
- Trustami
- kennstdueinen.de
- agenturtipp.de
- Trustpilot
- ekomi.de
Wie trainiert Google seine LLMs?
Basis für das Training von künstlichen Intelligenzen sind folgende:


Google selbst hat das C4-Datenset veröffentlicht, mit dem die KI gefüttert wurde.

Für jeweilige Bereiche gibt es entsprechend starke Seiten, die berücksichtigt werden. Wichtige Backlinks für News & Media Websites sind demnach:
- wikipedia.org
- scribd.com
- nytimes.com
- latimes.com
- theguardian.com
Weitere Beispiele finden sich im Handout meines Beitrags auf der Campixx 2024, welches unten zum Download steht.
Best Practices und Handlungsempfehlungen
Was heißt das nun für das Unternehmen? In erster Linie ist es notwendig, dass man Autorität und Vertrauen in die eigene Marke, das eigene Unternehmen aufbaut.
Dafür gibt es folgende Möglichkeiten:
Aufbau von Autorität und Vertrauen
- Aufbau von Expertenprofilen auf Plattformen wie LinkedIn und Google Scholar
- Erstellung eines zentralen Autorenprofils, das entsprechend verlinkt wird
- Veröffentlichung von Fachartikeln und Studien
Nutzung von Branchenverzeichnissen
Eintragungen in relevante Branchenverzeichnisse sind wichtiger Bestandteil für die Entität des Unternehmens.
Dazu gehören unbedingt auch die folgenden Verzeichnisse:

Nutzung von Nischen-relevanten Portalen
Die Nutzung von spezialisierten Nischenportalen zur Steigerung der Relevanz und Autorität ist ein beliebter Weg, um auch höhere Nutzen für die künstliche Intelligenz zu erhalten.
Am Beispiel des Nischenportals induux.de zeigt sich, welche Nutzen daraus entstehen
1. Position 0 und verbesserte Rankings
Portale erreichen oft Featured Snippets. Zudem sorgen relevante Inhalte dafür, dass auch die eigene Position der Website sich dadurch verbessert.

2. Wettbewerbsverdrängung
Durch die Top-Positionierung der Firmenwebsite ergeben sich auch Verdrängungsmöglichkeiten des Wettbewerbs.

3. Nischenrelevanz oft sogar vor wesentlich bekannteren Plattformen
Deutlich bessere Positionen als Mitbewerber zu spezifischen Themen sind auch denkbar und werden oft realisiert.

Linkaufbau unter Nutzung von KI und E-E-A-T
Die Integration von E-E-A-T und Künstlicher Intelligenz in die Linkbuilding-Strategien ist unerlässlich, um langfristig in den Suchmaschinen erfolgreich zu sein. Hochwertige und relevante Inhalt stehen dabei noch immer im Fokus.
Was sich ändert, ist allerdings, wie auf die jeweiligen Artikel verlinkt wird.

Eine Stärkung der Portale und Autorenprofile ist zwischenzeitlich wesentlich wichtiger, als eine direkte Verlinkung aus einem Blogartikel auf die Unternehmenswebsite.
Der Aufbau von starken Profilen und Nischenseiten wird für das Ranking der nächsten Jahre die Basis darstellen, ohne die ordentliche Positionen schwer sein werden.

Durch die Fokussierung auf hochwertige, relevante Inhalte und die Nutzung von KI-Tools können Unternehmen ihre Sichtbarkeit und Autorität nachhaltig stärken. Die Gründe dafür sind:
- Qualitätsbewusstsein dank E-E-A-T
- E-E-A-T „kann“ Qualität bewerten, ohne eine direkte Verlinkung.
- Backlinks nicht mehr Power, sondern mehr Trust und Traffic
- Voraussetzung: Inhalten, die einen Mehrwert bieten
- Google wird die Verlinkungsbezeichnung als natürlich empfinden, wenn die beteiligten Seiten qualitativ hochwertige, relevante sowie nützliche Inhalte haben.
- Der Link trägt dazu bei, die Autorität ALLER (!) direkt verbundenen Webseiten zu stärken
⇒ Künstliche Intelligenz nutzt dieses Wissen als Basis - Backlinks aufbauen von/zu Trust Sites mit Traffic und Verbindung schaffen zu Autoren-Seiten (die den Beweis für EEAT liefern)
EEAT und Portale sind mitbestimmend für die Inhalte von KI-betriebenen Suchergebnissen.
Der gesamte Vortrag mit erweiterten Informationen, wie er auf der Campixx 2024 am 13.06.2024 gehalten wurde, ist hier zum Download verlinkt.
Weiterführende Informationen:
https://www.heise.de/news/Blick-in-die-Blackbox-KI-Trainingsdatensatz-C4-schoepft-auch-aus-trueben-Quellen-8973782.html
https://paperswithcode.com/dataset/c4
https://www.washingtonpost.com/technology/interactive/2023/ai-chatbot-learning/
