Wer umfangreiche Inhalte zur Verfügung stellt, der möchte auch wissen, wie diese von den Benutzern angenommen (bzw. gelesen) werden. Die Auswertung der Scrolltiefe einer Webseite hilft in diesem Fall weiter.

Über eine Messung der Scrolltiefe wird protokolliert, wie viel Inhalt von einer Seite ein Nutzer anschaut und liest.

Die vier wichtigsten Messwerte für Content Marketing in Analytics

Neben der Scrolltiefe sind für die Bewertung des Nutzerverhaltens auf einen Inhalt ebenfalls die nachstehenden Werte wichtig:

  1. Absprungrate
  2. Time on Page / Lesezeit
  3. Scrolltiefe
  4. Bounce on SERPs

Absprungrate: Die Seite wird verlassen

Die Absprungrate gibt Auskunft über die Besucher, die auf eine Seite gelangt sind (z.B. aus Verweisen von anderen Seiten oder aus einem Suchmaschinenergebnis) und diese danach wieder verlassen, ohne eine weitere Seite zu lesen.

Die Absprungrate zeigt, ob der Leser nach der Lektüre des Beitrags “Lust” auf mehr Inhalte bekommen hat und noch weitere Seiten liest oder aber beschließt, die Webseite zu verlassen.

Absprungrate misst, wie sehr ein Artikel Lust auf weitere Inhalte einer Website macht.

Beispiel: Absprungrate im Blog von SEYBOLD.DE

 

Lesezeit: Wie lange bleibt der Nutzer auf der Seite?

Die Lesezeit gibt Auskunft darüber, wie lange ein Inhalt den Besucher fesselt. Ein langer Artikel, der es nur auf eine kurze Lesezeit schafft, ist nicht das, was wir uns wünschen, wenn Inhalte erstellt werden.

Springt der Besucher danach auch noch von der gesamten Website ab, dann hat der Inhalt versagt (bzw. sind die Metadaten so schlecht auf den Artikel abgestimmt, dass diese falsche Informationen widerspiegeln).

Lesedauer als Messwert für das Content Marketing

Die Zeit auf der Seite in Verbindung mit der Absprungrate gibt also schon einige wichtige Informationen über die Wertigkeit des Inhalts für den Besucher.

Jetzt geht es an die Messung des nächsten Wertes:

Scrolltiefe: Wie weit wird die Seite gelesen?

Gelangt ein Besucher auf die Webseite und beginnt einen längeren Text zu lesen, dann wollen wir wissen, wie weit er den Artikel verfolgt. Zwar liebt Google holistische (also ganzheitliche) Texte, aber ob der Besucher diese auch liebt?

Was ist die Scrolltiefe?

Beispiel der Scrolltiefe anhand eines Artikels

Beispiel der Scrolltiefe anhand des Artikels “Linkaufbau: Wie schnell wirken Links?”

Mit der Scrolltiefe wird gemessen, wie weit ein Artikel gescrollt wird (vertikal und/oder horizontal).

 

Wie bringt man Analytics dazu, die Scrolltiefe zu messen?

Im Idealfall wird der Google Tag Manager installiert, um möglichst einfach Google Analytics mit weiteren Möglichkeit zu erweitern.

Hier lesen Sie, wie man den Google Tag Manager installiert: https://support.google.com/tagmanager/answer/6103696?hl=de

Lesen Sie auch  DSGVO - Warum Sie einen kühlen Kopf bewahren sollten

 

Wenn der Tag Manager installiert ist, werden zunächst alle vorkonfigurierten Variablen angeschalten.

Google Tag Manager: Vorkonfigurierte Variablen anschalten

Es empfiehlt sich, alle Variablen anzuschalten

Besonders wichtig zum Messen der Scrolltiefe sind die Variablen “Page Path”, “Scroll Depth Threshold”, “Scroll Depth Units” und “Scroll Depth Directions”.

Im Anschluß daran wird der Trigger installiert, der an Google Analytics eine Meldung schicken soll, sobald gescrollt wird.

Google Tag Manager: Trigger Scroll Depth / Scrolltiefe

Die Scrolltiefe misst in Prozentsätzen. Mindestens angegeben sollte werden 25,50,75,100 und für vertikales Scrollen.

Page Path zur Messung spezieller BereicheDie Messung für alle Seiten ist nicht immer sinnvoll. Meistens ist der Inhalt im Bereich “Blog” zu lesen, dann sollte die Messung der Scrolltiefe auf diesen Seitenpfad limitiert werden (Page Path setzen, wie im Bild oben beschrieben).

Damit der Trigger seine Werte an Google Analytics schicken kann, ist die Installation eines Tags notwendig.

Google Tag Manager: Das TAG verbindet den Trigger mit Google Analytics

Das Tag sollte wie oben angelegt werden.

  • Tag Typ: Universal Analytics – Wir wollen den Wert an Google Analytics schicken
  • Tracking Typ: Ereignis – Wir messen das Ereignis des Scrollens
  • Kategorie: Scrolltiefe (oder Scroll Depth) – Unter diesem Namen soll das Ereignis in Analytics erscheinen
  • Aktion: {{Page Path}} wird als Variable gewählt
  • Label: {{Scroll Depth Threshold}}% – Wir wollen die Werte 25,50,75,100 als Prozentwerte

 

Wichtig ist auch, die entsprechende Google Analytics ID (UA-xxxxxx-xx) einzubinden und vor allem – DSGVO-konform – zunächst auf “anonymizeIP: true” zu schalten, damit die IP-Adresse nicht mitgespeichert wird.

Als Trigger wird das vorher angelegte “Scrolltiefe” ausgewählt.

In Google Analytics finden Sie die Scrolltiefe bei den Ereignisse:

Google Analytics: Verhalten -> Ereignisse -> Wichtigste Ereignisse

Scrolltiefe Messen - Ergebnisse in Analytics einsehen

Eine Scrolltiefe ab 50% ist wenigstens ein interessanter Wert. Das Beispiel oben zeigt, dass über 60% der Seiten mindestens 50% oder mehr gescrollt werden.

 

SERP Bounce: Springt der Besucher wieder zurück in die Suchergebnisse?

Das Nutzerverhalten ist einer der wichtigsten Rankingfaktoren. Keine Frage, dass dabei eine entscheidende Rolle spielt, ob ein Besucher nach dem Lesen der Seite direkt wieder in die Suchergebnisliste springt oder aber ob er weitere Seiten anschaut.

Google misst, wie lange ein Besucher auf der Seite verweilt, bevor er wieder in die Suchergebnisse zurückkommt. Sind da nur wenige Sekunden dazwischen, scheint die aufgelistete Webseite weniger wertvoll für den Besucher zu sein. Die Folge: Google setzt die Webseite zurück im Ranking. So wird dann aus Platz 1 ganz schnell Platz 5 oder sogar noch schlechter.

Bleibt der Nutzer längere Zeit und geht dann wieder in die Suchergebnisse zurück, sind die Informationen auf der Website wohl sehr umfassend und lesenswert, aber nicht komplett.

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Jetzt vergleicht Google, welche anderen Seiten wohl umfangreichere Inhalte anbieten – bei gleichlanger Verweildauer (oder gar dann, wenn der Besucher nicht mehr in die Suchergebnisse (SERPs) zurückspringt), wird die andere Seite besser eingeschätzt und springt im Ranking weiter nach vorne. So verbessert sich eine Seite bis auf Platz 1.

Zugegeben: Das ist nur eine Teilbetrachtung, denn natürlich gehören auch Backlinks, technisches SEO und Relevanz eines Textes zu den wichtigsten Rankingfaktoren. Aber trotzdem ist dieses Beispiel gut geeignet zur Verdeutlichung, was für eine Top-Position letztlich wichtig und entscheidend ist.

Wie man im Google Tag Manager das SERP-Bounce installiert, hat Simo Ahava in seinem Blog bestens beschrieben.

 

Fazit: Inhalte mit diesen Messwerten zu beurteilen hilft, das Interesse des Besuchers besser zu verstehen, bessere Texte erstellen zu können und – letztlich – hilft das alles zur Verbesserung der Positionen in Google.

Die Kombination der Werte ist es, die eine bestmögliche Einschätzung bietet.

Gute Werte sind dabei z.B.:

  • Lange Seiten, mit geringer Absprungrate, hoher Scrolltiefe und langer Lesezeit
  • Kurze Seiten mit hoher Scrolltiefe und geringer Absprungzeit

Schlechte Werte sind z.B.:

  • Lange Seiten mit schlechter Scrollrate
  • Lange Seiten mit kurzer Lesezeit
  • Seiten mit hoher Absprungrate

 

Weitere interessante Informationen:

 

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Ralf Seybold

Diplom-Betriebswirt (FH) bei SEYBOLD - Agentur für Sichtbarkeit
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Inhaber bei SEYBOLD - Agentur für Sichtbarkeit, Begründer des Sichtbarkeitsmanagements, IT Professional seit 1989, Internet Professional seit 1998

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Autor verschiedener Publikationen, regelmäßig Experte bei IMPULSE - Das Unternehmermagazin, Experte bei Website Boosting,

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