Rand Fishkin auf der SMX 2017 MUC

SMX 2017 – Was bringt die Konferenz in München?

Eine Konferenz zum 2-Tages-Ticketpreis von ~ 1.400 Euro zzgl. MWSt.

Was kann man dafür erwarten?

Die kurze Antwort: Ziemlich viel. Viele Kollegen aus Agenturen, Head of SEOs großer Unternehmen, Affiliates – und jede Menge Best Practice, auch für Fortgeschrittene.

Opening Keynote: Rand Fishkin – The Search Landscape in 2017

Rand Fishkin auf der SMX 2017 MUC

 

Wie sieht die Google Suchmaschinenlandschaft in 2017 aus? Rand veröffentlich in seinem Vortrag weltweit erstmalig die aktuellen Forschungsergebnisse von MOZ.

Suchanfragen Mobile vs Desktop

Täglich werden über 2 Trillionen Suchanfragen an die Suchmaschine gestellt. Eine Suchanfrage dauert dabei durchschnittlich 55 Sekunden.

12% der Suchergebnisse geht direkt zu anderen Google Angeboten.

8% nutzen den „Zurück-Button“, um wieder zum Suchergebnis zu kommen und ein anderes Angebot aus den Ergebnissen zu wählen.

Spannend dabei: 21% ändern die Suchanfrage nochmal, bevor sie diese an Google abschicken.

Dabei gibt es Unterschiede, so Rand Fishkin, zwischen mobiler Suche und der Desktopsuche. Während es zwar auf mobilen Endgeräten wesentlich mehr Suchanfragen gibt, ist dort der Traffic im Vergleich zu Desktopsuchen deutlich hinterherhinkend. 57% der mobilen Suchanfragen enden ohne einen Klick, weil die Antwort bereits vom Endgerät gegeben wurden. 41% werden dann in der organischen Suche tatsächlich geklickt, während auf AdWords lediglich 2% der Klicks gehen.

Auf dem Desktop schneidet das besser ab, wenn auch nur wenig (Paid-Search bei 2,8%, 62% Klick auf organische Ergebnisse und 35% klicken tatsächlich gar nichts an).

Die Problematik dabei ist, dass viele Snippets bereits die Ergebnisse der Suche anbieten.

Featured Snippets – die Zukunft von SEO?

Die Optimierung von Featured Snippets bietet damit natürlich die Chance, direkt auf Suchanfragen mit einem Ergebnis reagieren zu können. Der Trend, dass sich Google von der Suchmaschine zur Antwortmaschine bewegt, ist mehr als deutlich. Dabei bedeutet aber auch, dass mehr Antworten, die direkt in den Suchergebnissen gezeigt werden gleichzeitig weniger Klicks auf AdWords bedeuten. Diese Entwicklung scheint Google ganz bewusst zu gehen, indem man sich zur Antwortmaschine wandelt.

 

Braucht man 2017 eigentlich noch eine App?

90% der mobilen Nutzung fällt auf Apps zurück. Dabei sind 10% Browser (ja, Browser zählen auch als App). Im Durchschnitt nutzt ein Smartphone-User gerade mal 3 Apps. Meist sind das Facebook, Google Maps und eine dritte App.

Wozu also 2017 noch Apps entwickeln?

Tatsächlich ist die Entwicklung weg von Apps und hin zu PWA (Progressive Web Apps) ein klarer Trend.

Wohin klickt der Nutzer nach einer Suche?

Die Click-Through-Rate ist zwischenzeitlich ein Rankingfaktor für die Google Suchergebnisse. Was aber taucht nach einer Suche in den Ergebnisse auf und worauf klickt der Nutzer nun tatsächlich?

  • AdWords ist mit 50% in den SERPS vertreten, aber nur 3% der Klicks fallen auf AdWords.
  • Google Shopping ist mit 9% vertreten, aber nur 0,55% der Klicks gehen auf die Produkte.
  • Youtube-Ergebnisse kommen zu 6.3% der Suchen und erhalten durchschnittlich 1,8% der Klicks.
  • Der Knowledge-Panel taucht bei 38% der Suchen auf – und wird 0,5% geklickt.
  • 49% der Suchen werden gar nicht geklickt.

 

Rands Ausführungen waren ein sehr interessantes Abbild der Google Suche 2017.

 

Google Analytics Power Reporting für SEO und SEA

Andrew Garberson von Luna Metrics zeigte mehrere Varianten, die sich lohnen, mit Google Analytics zu verfolgen. So sollte jeder drei Levels von Reporting nutzen.

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Das tägliche Basic-Reporting umfasst vor allem die Veränderungen im organischen Traffic während das monatliche Reporting ein Multi Channel Reporting ist und verschiedene Punkte darlegt

  • Conversions: Organic vs Paid
    Conversions: Search vs Other
  • SEO Landing Page Traffic
  • Budget Tracking

Und so weiter. Die Ansätze von Andrew sind mit vielen Beispielen direkt übernehmbar für das eigene Reporting und Überprüfung der Analytics Daten.

 

Die Wahrheit über SEO Mythen von John Müller

Googles Webtrends Analyst John Müller räumte auf mit SEO-Mythen und gibt auf die zahlreichen Fragen aus dem Publikum geduldig Antworten. Leider sind die Antworten oft im typischen „Google-Nebulös“ gehalten – Auf keine der Fragen gibt es eine eindeutige Antwort.

John Müller Google

Beispiele:

  • Seiten, die es nicht mehr gibt, wären technisch korrekt mit einem 410 aus dem Index zu kegeln, praktisch reicht aber auch ein 404 (dauert halt minimal länger).
  • Indexierung von Infinite Scroll funktioniert manchmal für 2 oder 3 Seiten, aber der Googlebot bleibt nur eine kurze Zeit und Lazy Loading (also das Laden von Bildern dann, wenn sie ins Bild kommen) kann der Googlebot nicht. Oder manchmal doch? Man weiß es nicht zu 100%. Zugegeben ist das aber auch schwer – ich vermute, dass nicht mal Google weiß, wie die Zusammenhänge der Crawlings und Rankings tatsächlich funktionieren.

Lösungsansätze für immense Herausforderungen

zeigt Oliver Borm (Google) auf. Dabei stellt er zunächst das Cross Device Tracking in den Mittelpunkt, weil sich Menschen sowohl auf mobilen Geräten als auch auf dem Desktop bewegen. Gerade bei AdWords verwendet man hier die künstliche Intelligenz für das Smart Bidding. So bewegt sich Google hier von Mobile First zu AI First und zeigt Smart Bidding mit zwei Klicks im neuen AdWords (AdWords next), das dieses Jahr ausgerollt werden soll.

 

In den Nachmittagsvorträgen habe ich mir Google Tag Manager Hacks zu eigen gemacht, gesehen was die Search Console alles für mich tun kann, wie man idealerweise auch für SEO ein Split-Testing aufsetzt und was alles für die Erstellung eines ordentlichen Feature Snippets notwendig ist.

Interessante Gespräche mit Marcus Tandler oder Christoph Cemper rundeten den Tag für mich ab.

Highlight des ersten Tages aber war die Keynote: „Was wir immer schon wissen wollten: Q&A mit Rand & Wil“, bei dem Rand Fishkin und Wil Reynolds aus dem Nähkästchen plauderten. Das sind auch genau die Momente, die eine solche Konferenz so wertvoll machen und viele neue Denkanstöße oder Bestätigungen mitbringen.

 

Insgesamt ist die Wertigkeit für ein solches Ticket immer wieder gegeben durch den interessante Know How Transfer, den man erlebt. So standen am zweiten Tag wichtige Punkte auf dem Programm wie z.B. das Thema Relaunch bei großen Webseiten oder auch die Problematiken bei internen Verlinkungen.

Aber bei jeder SMX ist ein Vortrag dabei, der allein schon (fast) die Gebühren Wert ist. Für mich – und für viele andere – war das Wil Reynolds dddmit seinem konkreten Ansatz …

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… „People First vs Google First“.

Wil berichtet davon, wie er über viele Jahre von 2009 bis 2012 weltweit an oberster Stelle in den Suchergebnisse stand für SEO Agency, SEO Agencies, SEO Consultant, SEO Consultants usw. Tatsächlich hat sich nach seinen Aussagen nicht ein einziges Geschäft über diesen Vorteil angebahnt, weil die Menschen einfach anders suchen.

Das ist auch der zentrale Ansatz – und vielleicht hat mir der Vortrag von Wil deshalb so gut gefallen, weil er sich so deckt mit dem, wie sich Seybold gewandelt hat seit 2013 mit dem Ansatz des Sichtbarkeitsmanagements.

Wil geht grundsätzlich davon aus, dass Menschen nach jemandem suchen, der ihnen helfen kann – und zwar lokal in ihrer Nähe und nicht irgendwo auf der Welt. Und Personen, denen geholfen werden konnte, danken oftmals mit Weiterempfehlungen, was Wil zu dem Ausspruch bringt „Thanks are better than Ranks“.

Ein zufriedener Kunde bringt mehr neues Geschäft für die Agentur, als es die Rankings tun können.

Wil und seine Agentur hören den Kunden ihrer Kunden zu und versuchen herauszufinden, was deren Antrieb ist, wenn sie etwas in Google suchen. Denn es ist wichtig, die Gefühle herauszuarbeiten, die der Suchende hat, anstatt die richtigen Worte zu finden. Worte können je nach Tonation andere Bedeutungen haben (merkt man z.B. schon daran, dass E-Mails viel eher falsch verstanden werden können, als wenn man miteinander telefoniert – E-Mails tragen keine Emotionen).

Dass er damit Erfolg hat, belegt Wil Reynolds mit zahlreichen Beispielen seiner Kunden.

Erfolg in SEO ohne Ranking-Verbesserung

Allein eine Änderung der Meta-Daten mit weniger technischer Terminologie brachte 57% mehr Click-Through und 59% höhere Conversion. Und das alles, ohne dass sich die Position in den Suchergebnissen nur im Geringsten veränderte.

 

SMX München möchte man nicht missen

Mein Fazit für die SMX ist: Man möchte diese Konferenz nicht missen. Nicht nur, dass der Termin für Networking erstklassig geeignet ist und man zahlreiche (neue) Freundschaften schließt – es bietet sich darüber auch der direkte Austausch auf einen sehr hohen Level. Vorträge und Hands-On haben fast durchgehend eine hohe Wertigkeit. Für jeden sind eine Menge technischer Fertigkeiten dabei und was noch wesentlich wichtiger ist: Es gibt Denkanstöße und manchmal ganz neue Sichtweisen.

SMX 2018 also schon mal im Kalender vormerken: 20.03.2018 – 21.03.2018

 

 

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Ralf Seybold

Diplom-Betriebswirt (FH) bei SEYBOLD - Agentur für Sichtbarkeit
Sichtbar statt SEO.

Inhaber bei SEYBOLD - Agentur für Sichtbarkeit, Begründer des Sichtbarkeitsmanagements, IT Professional seit 1989, Internet Professional seit 1998

Top 100 SEO Dienstleister

Autor verschiedener Publikationen, regelmäßig Experte bei IMPULSE - Das Unternehmermagazin, Experte bei Website Boosting,

Verschiedene Preise und Auszeichnungen für Dienstleistungen und Produkte

Verfügbar als Consultant, Dienstleister und fürSeminare, Vorträge
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