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9 SEO-Strategien, die ein Unternehmen garantiert ruinieren

Ganz schlechtes SEO – Oder: 9 Strategien für den Untergang

Wie lange ist es her, seit Ihre Website das letzte Mal hinsichtlich seiner Sichtbarkeit überprüft wurde?

Google arbeitet zwischen 500 und knapp 900 Updates pro Jahr in seine Suchprodukte ein. Das bedeutet, wer nicht am Ball bleibt, rutscht ab.

Diese 9 SEO-Strategien von früher, sind heute nicht mehr aktuell oder 9 SEO-Strategien, die ein Unternehmen garantiert ruinieren

Schlechte Beratung

Thema Sichtbarkeit: Es gibt zig Berater, die sich das Thema Suchmaschinenoptimierung und Sichtbarkeit auf die Fahne schreiben. Auf den ersten Blick klingt es auch toll und vielversprechend, wenn die Agentur sagt: „Wir sind Position 1 für die Suchphrase ‚Supertollerberater Stadtname‘ und bringen auch Sie ganz nach Vorne.“… Aber nutzt es etwas, wenn aus „Stadtname“ gerade mal 10 Personen pro Monat nach „Supertollerberater Stadtname“ suchen? Und dann? Wie geht es weiter? Die nächsten beiden „stärksten“ Keywords des Beraters sind auch unter den Top 10. Dabei handelt es sich um Markennamen von Kunden, für die er arbeitet… Hey, WTF? Analysiert man dann die neuesten Werke, entdeckt man zahlreiche Fehler – und das nicht nur in SEO, sondern z.B. auch ganz offensichtliche, abmahnfähige Fehler…

Ein vergleichbares Beispiel:

Wenn ich als Obstfachgeschäft in Stuttgart die Position 1 einnehme, für die Suchphrase „Obst und Gemüse Stuttgart“ oder „Gemüseladen“, dann erreiche ich 10 Suchanfragen pro Monat, werde also 10 Mal pro Monat angezeigt.

Habe ich auf meiner Seite aber z.B. Vegetarische Rezepte oder biete ich exotische Früchte an, dann kann ich für diese Suchphrasen ein Top-Ranking anstreben und erreiche damit eine wesentlich höhere Zahl an Interessenten.

850 Suchanfragen erreichen klingt doch spannender als 10 Suchanfragen erreichen.

Obst und Gemüse Stuttgart - Das sind die Keywords

Was ist also der häufigste Fehler, den ein Unternehmer begeht?

Der häufigste Fehler, den Unternehmer machen, ist einen schlechten SEO anzuheuern.

Ob die Leistung schlecht ist, weil der Berater die Ressourcen nicht richtig zuweisen will (oder kann),  faul ist, inkompetent, nicht die aktuellen Informationen hat oder aber einfach nur auf das schnelle Geld aus ist – es liegt eine unheimliche Gefahr in diesem ungesunden Halbwissen. Viele dieser Berater sind Trittbrettfahrer, springen auf das Pferd SEO auf, weil man hier vermeintlich schnelles Geld machen kann – und sind eine Schande für die ganze Branche.

Ich denke da auch an die Emails, die ich jede Nacht mehrfach von Agenturen bekomme. Da schreibt ein Thorsten, Oliver, eine Sandra oder sonst wer, dass die Seite xy für die folgenden Keywords schlecht gefunden wird und dass sie es beheben wird für 99,00 Euro, 120,00 Euro, 149,00 Euro, 169,00 Euro oder 199,00 Euro. Wie der Preis auch immer ist – er differiert ja von Monat zu Monat – in diesem Fall ist geschenkt noch zu teuer.

Mieten Sie einen lausigen SEO, wenn Sie nicht nur Ihr Geld verschwenden, sondern auch Ihre unternehmerische Tätigkeit begraben wollen.

Leider erlebe ich es immer wieder, dass solche Berater z.B. die meisten der nachstehenden Strategien verfolgen, eine große Anzahl von Money-Keyword-Links generieren und auf Blog-Netzwerke und Verzeichnisse bauen, am besten die Links gar nicht seinem Kunden zeigen (weil die Links ja eine „geheime SEO-Strategie“ sind) und so weiter.

Wann immer Sie als Kunde das Gefühl haben, Ihr Berater spricht vage, weicht den Fragen aus oder beantwortet diese nur indirekt – gehen Sie zur nächsten Agentur. Sie sind besser dran, ohne SEO-Berater, als mit einem lausigen.

Acht weitere Todsünden in SEO sind:

Keyword Stuffing

So viel Keywords wie möglich auf eine Seite platzieren oder vielleicht sogar am Ende der Seite in hellgrau auf weiß – das bringt gar nichts mehr sondern wird – im Gegenteil – von Google abgestraft. Und obwohl es keine Aussage von Google darüber gibt, wie häufig ein Suchwort auf der Seite verwendet werden darf, ist ein übermäßig hohes Maß an Keywordplatzierung eindeutliches Zeichen dafür, dass Google die Seite in die Google-Sandbox verbannen wird.

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Keywords in den Metadaten

Die Verwendung des Meta-Tags „Keyword“ ist bereits seit 2009 nicht mehr aktuell. Sehr wohl kann man das Keyword noch für andere Verzeichnisse oder ‚Suchmaschinen‘ verwenden. Google jedoch nutzt dieses Meta-Tag nicht mehr. Auch ist es wenig sinnvoll, alle möglichen Keywords in die Beschreibung (Meta Description) zu packen. Besser ist es, eine Bschreibung der Website und der Leistungen so zu verfassen, dass es den Benutzer anspringt und er Lust verspürt, den Link anzuklicken und sich auf Ihr Angebot einzulassen.

Doppelte Inhalte (Duplicate Content)

Manchmal bleibt es nicht aus, dass Inhalte mehrfach verwendet werden müssen. Dann aber ist es notwendig, dass man sein Handwerk versteht und mit 301-Redirects und/oder Canonicals  arbeitet. Gute Artikel sollten auch nicht in die Masse hinausposaunt werden und sich dann an jeder zweiten Ecke im Internet finden. Wenn solche Maßnahmen notwendig sind, dann bitte den Artikel in Auszügen veröffentlichen oder aber umschreiben – im Idealfall IMMER mit dem Verweis auf die ursprüngliche Quelle. So geht richtiges zitieren, auch wenn man das schon mal in der einen oder anderen Doktorarbeit vergessen kann 🙂

Doppelter Content ist auch, wenn die Seite unter verschiedenen Adressen erreichbar ist, wie z.B.:

  • www.dieseseite.de
  • dieseseite.de
  • www.dieseseite.de/Guter-Inhalt/
  • www.dieseseite.de/guter-inhalt/

Die Links sehen gleich aus, schreiben sich aber anders und sind daher für einen Suchrobot identisch.

Abbildung aus dem Buch "Sichtbar statt SEO"

Abbildung aus dem Fachbuch „Sichtbar statt SEO“ von Ralf Seybold

Masse statt Klasse

Lieber eine Vielzahl von generierten Backlinks aus dubiosen Quellen als eine handvoll hochwertiger Links. Das ist ein altes Problem. Sicher: Es kann notwendig oder sinnvoll sein, massig viele Links zu erhalten – aber von irgendwelchen Spamseiten ohne viel Traffic? Oder von Themenseiten, die nichts mit dem Thema Ihres Unternehmens zu tun hat?

Die besten Links sind die Links, die von seriösen Seiten kommen, die eine gleiche (oder stark ähnliche) Themenrelevanz besitzen, wie Ihre Website.

 

Guest-Blogging

Anfang des Jahres wurden die Gastblogger ins Visier von Matt Cutts und seinem Anti-Spam-Team bei Google genommen. Noch immer (und das wird es auch immer) ist der Inhalt das wichtigste (Content is king) und auch gut geschriebene Gastartikel auf fremden Seiten kann sinnvoll sein – jedoch muss man mittlerweile wesentlich vorsichtiger damit umgehen.

Selektieren Sie die Gäste-Blogs, auf denen Sie tätig sein wollen. Zahlreiche Blog-Systeme wurden von Google gnadenlos bis in die Versenkung abgestraft, weil es nur darum ging, Backlinks anzubieten.

Denken Sie daran, dass der Inhalt, den Sie auf einen Gästeblog laden, nicht nur originell sein sollte, sondern – vor allem – dass der Gästeblog thematisch zu Ihrer Website passt – nur das schafft Relevanz. Und Relevanz ist wichtig für Google.

Bsp: Artikel eines Baufachmarkts sind gut aufgehoben auf DIY-Websites und Bastelanleitungen; der Florist platziert seinen Artikel in einem Gartenblog; der Zahnarzt seinen Fachartikel in Medizinblogs; der Bastelladen auf Blogs zum Thema Stricken, Häkeln oder anderen Bastel- und DIY-Sites; der Fahrradhändler auf Spezialseiten, die zu seinem Thema passen (also bitte kein Bonanza-Rad auf einem Mountainbike-Blog – auch wenn es noch so verlockend ist).

Schlechte, unübersichtliche Struktur

Eine unübersichtliche Struktur ist für Google nicht mit der notwendigen Wertigkeit erkennbar.

Struktur einer Website aus ASIN: B00O0AQQEU - Sichtbar statt SEO

Abbildung aus dem Buch „Sichtbar statt SEO“

Eine klare Struktur dankt Ihnen aber nicht nur Google, sondern auch die Besucher Ihrer Website, die geordnet an die richtige Stelle geführt werden. Das geht los bei Breadcrumbs und endet dabei, dass wichtige Inhalte nicht mehrfach vorhanden sein müssen (siehe Duplicate Content-Regel), wenn die entsprechende Struktur passt.

 

Fehlende mobile Webansicht

Das Internet ist mobil. Facebook zum Beispiel wird zu einem sehr hohen Anteil über mobile Apps genutzt. Das bedeutet auch, dass Links von Facebook aus kommend sehr häufig über mobile Endgeräte angeschaut werden. Schlecht nur, wenn der Link zur eigenen Website keine mobile Webansicht anbietet.

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Wir informieren uns „von unterwegs“, schauen „mal schnell“ noch auf einer Website vorbei – vielleicht setzen wir ein Lesezeichen oder nutzen GetPocket, um die Seite später in Ruhe lesen zu können (Ich mach das. Regelmäßig – um nicht zu sagen mehrmals die Woche).

Bietet die Website kein responsive Design, ist es schlecht für alle Nutzer von Handy und Tablett. Und das wiederum bedeutet, dass Sie Interessenten verlieren, die sich auf der Seite umschauen wollen.

Ist dazu noch mehr zu sagen? Ich denke nicht.

 

Content Marketing vergessen

Selbst wenn Sie für eine handvoll Keywords Platz 1 in Google hätten, bekommen Sie darüber maximal xxx Besucher pro Monat. Das wird nicht mehr werden!

Wenn Sie die falschen Money-Keywords nutzen (so wie ganz oben beschriebene Agentur), dann sind das eben nur 10 Besucher aus dem Ort oder aber 70 Besucher aus ganz Deutschland.
DAS WIRD NICHT MEHR!

Viele Unternehmen basteln eine Website und dann passiert dort nichts mehr. Ich weiß, dass es schwierig ist, regelmäßige Inhalte zu präsentieren. Vielleicht will man das auch auf der eigenen Website nicht – aber dann kann man sich auch einen Blog „anschaffen“.

Denn ohne (relevanten) Content gibt es kaum eine Möglichkeit, für „mehr“ Keywords in den Top 100 von Google aufzutauchen – und damit bleibt das Unternehmen für die meisten Suchenden einfach „unsichtbar“.

Es ist kein schneller Weg, Monat für Monat gute Inhalte zu präsentieren und diese dann in den Suchergebnissen ranken zu sehen, aber es ist einer, der sich langfristig auszahlt – wenn man dann plötzlich für das Keyword XYZ unter den Top 15 Positionen erscheint und sich ganz neue Suchvoluminas erarbeitet.

Für meinen ersten ausländischen Kunden habe ich genau diese Strategie verfolgt. Es war unmöglich, in kurzer Zeit unter die Top 5 zu kommen. Zudem war das Budget knapp bemessen. Die bestmögliche Art, dem Unternehmen für den Markteintritt in Deutschland zu helfen war es, in relativ überschaubarer Zeit 16 Links unter den Top 40 zu verschaffen. Einer unter den Top 10,  bereits fünf zwischen Platz 10 und 19. Zugegebener Maßen ging das damals leichter, als heute. Für die Isländer Arctic Adventures hat es sich trotzdem gelohnt in einem überschaubaren Budget den Traffic zu erhöhen.

Vergessen Sie also nicht Content Marketing und denken Sie daran, dass dies zu mehr Besuchern führen kann – und damit zu mehr Umsatz. (Im übrigen kann Ihr Sichtbarkeitsindex, wie er von vielen SEO-Tools propagiert wird, nach unten gehen – sollte Ihnen aber nichts ausmachen, wenn Sie diesen Artikel gelesen haben und zudem sich über den gestiegenen Traffic trotzdem freuen wollen).

Wenn Sie diese 9 Punkte beachten, haben Sie eine gute Ausgangsbasis für Ihr Sichtbarkeitsmanagement. Viel Erfolg!

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Ralf Seybold

Sichtbar statt SEO.

Inhaber bei SEYBOLD - Agentur für Sichtbarkeit, Begründer des Sichtbarkeitsmanagements, IT Professional seit 1989, Internet Professional seit 1998

Top 100 SEO Dienstleister

Autor verschiedener Publikationen, regelmäßig Experte bei IMPULSE - Das Unternehmermagazin, Experte bei Website Boosting,

Verschiedene Preise und Auszeichnungen für Dienstleistungen und Produkte

Verfügbar als Consultant, Dienstleister und fürSeminare, Vorträge
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