Produktoptimierung für Amazon – So knacken Sie den Online Riesen.

Wetten, dass man mit 77 Personen auf neun Motorrädern eine Pyramide bilden und in dieser Formation mehr als 100 Meter fahren kann?

Wetten, dass selbst SEO-Erfahrene nicht viel damit anfangen könnten, wenn sie “Suchmaschinenoptimierung” und “Amazon” in einem Satz verwenden müssten?

Stimmt übrigens Beides: Am 29. Oktober 1994 gewann die Berliner Polizei bei “Wetten, dass…?” in Duisburg diese Wette und noch verbinden zu Viele Suchmaschinenoptimierung ausschließlich mit Google. Dabei ist Amazon eine der erfolgreichsten Suchmaschinen, bei der fast ein Drittel aller Anfragen direkt landen.

Schlussfolgerung: Da Amazon eine Suchmaschine ist, muss sie auf einem Algorithmus basieren. Und alles, was auf einem Algorithmus basiert, kann man beeinflussen. Denn ein Suchmaschinen-Algorithmus hat immer dasselbe Ziel: Bewerten, ob ein Inhalt zu einer Suchanfrage passt. Kennt man die Bewertungskriterien eines Algorithmus, kann man seine Inhalte entsprechend daran anpassen.

So geht Optimierung für Amazon:

Sichtbarkeitsmanager Ralf Seybold erklärt erfolgreiche Amazon-Optimierung

Amazon-Optimierung: Ranking-Faktoren

Amazon-Ranking-Faktoren lassen sich in zwei Bereiche gliedern: „Relevanz“ und „Performance“.

Dabei bezieht sich der Bereich „Relevanz“ darauf, wie gut ein Produkt durch seine Beschreibung gefunden werden kann. „Performance“ beschreibt dagegen den Verkaufserfolg und die Qualität eines Verkäufers.

„Relevanz“ kann somit nur von der Suchmaschine und „Performance“ nur von Kunden erzeugt werden.

Ranking-Faktoren für eine erfolgreiche Amazon-Optimierung

Relevanz

Das Bewertungskriterium für Relevanz wird wie bei der üblichen Suchmaschinenoptimierung dem Content entnommen. Je mehr die Produktbeschreibung zu den Keywords und Suchphrasen passt, die von Kunden eingegeben werden, die dieses Produkt kaufen möchten, desto relevanter ist das Produkt für dieses Keyword/ Suchphrase.

Die Relevanz entscheidet also darüber, ob ein Produkt für ein bestimmtes Keyword oder Suchphrase überhaupt angezeigt wird. Und die Performance bestimmt, wie weit oben das angezeigte Produkt steht.

Nun ist es so, dass man bei der Amazon-Optimierung weniger Möglichkeiten hat, als bei der üblichen Website-Optimierung. Bei der Optimierung einer Website unterliegt man nämlich keiner Einschränkung, welche die Länge des Contents bestimmt.

Dem „Theorem des endlos tippenden Affen“ nach müsste eine Website mit unendlich vielen Zeichen mit hoher Wahrscheinlichkeit für alle existenten Keywords relevant sein. Leider bleibt das nur ein Gedankenexperiment, welches aber die Möglichkeiten von Web-Suchmaschinen, Relevanz zu beeinflussen, im Vergleich zu Online-Marketplaces verdeutlichen sollte.

Während man bei einer Website-Optimierung theoretisch unendlich langen Content produzieren könnte, ist das bei einer Amazon-Optimierung ausgeschlossen. Die Erzeugung von Content beschränkt sich hier auf den von Amazon vorgegebenen, für den Käufer sichtbaren Bereich. Zudem ist eine Optimierung lediglich auf 12% des Seitentitels beschränkt, da Amazon die Webseite mit Cross-Selling und dem Hinweis auf andere Produkte, Bewertungen etc. auflockert. Folglich stehen lediglich 12% frei definierbaren Textes zur Verfügung.

Als Relevanz-Faktoren können bei einer Amazon-Optimierung also nur folgende Elemente herangezogen werden:

  • Keywords im Produkttitel à circa 120-150 Zeichen (maximal 200 Zeichen)
  • Keywords in den Bullet Points à 5 Listenpunkte / Bullet Points mit je circa 200 Zeichen
  • Keywords in der Produktbeschreibung à maximal 2.000 Zeichen möglich
  • Keywords in verwandten Schlüsselworten (nur sichtbar in der Seller Central)

Optimierungs-Tipps für mehr Relevanz

  • Auch wenn sich mehr Zeichen verwenden lassen: Lassen Sie es bleiben. Ein Käufer möchte bequem von zu aus Hause einkaufen und keine Romane lesen. Konzentrieren Sie sich auf aufs Wesentliche, bleiben Sie informativ, kurz und prägnant.
  • Die Optimierung der verwandten Schlüsselwörter, die nur für den Händler im Seller Central sichtbar sind, sollte in Bezug auf die Conversion-Wahrscheinlichkeit erfolgen. Das heißt, dass nur auf die Keywords optimiert werden sollte, die tatsächlich zum Kauf eines Produkts verwendet werden. Keywords, die eher Information als Ziel haben, sollten Sie weglassen. Optimieren Sie hinsichtlich der Suchintention – denn bei Amazon wird mehr gekauft und weniger informiert.

Ins Detail: Amazon Produkttitel optimieren

Für die Optimierung eines Amazon-Produkttitels wollen wir näher ins Detail gehen. Das hat auch seinen Grund, denn der Produkttitel ist die erste Kontaktschnittstelle zum Kunden. 90% aller Amazon-Käufer benutzen die Suchfunktion, um ein Produkt zu finden. Ein Thumbnail Ihrer Produktseite erscheint dann in einer Suchergebnisliste mit zig Anderen.

Sie haben 70 Zeichen und ein Bild, um sich abzuheben. Deshalb wollen wir uns die Optimierung eines Produkttitels genauer ansehen:

Keywords im Produkttitel

Wir bereits oben beschrieben, sollte Ihr Produkt erstmal in den SERPs erscheinen, damit ein Kunde auf die Produktseite gelangen kann (Denken Sie an die 90% !). Dazu müssen Sie den Suchalgorithmus von Amazon dazu bewegen, Ihr Produkt für die richtigen Suchworte anzuzeigen. Das passiert dadurch, dass man im Content der Produktseite die Keywords und Suchphrasen verwendet, die tatsächlich von Käufern eingegeben werden.

Da der Algorithmus aber auch die Position dieser Keywords bewertet, fällt der Produkttitel erneut ins Gewicht. Denn die Keywords, die im Produkttitel stehen, haben höchste Priorität. Das bedeutet nicht, dass Keywords nun wahllos aneinander gereiht werden dürfen, ganz nach dem Motto: „Je mehr, desto besser!“. Ganz im Gegenteil, eine gezielte Auswahl der nützlichsten und wichtigsten Keywords hat eine weitaus stärkere Wirkung.

Bei einer gewöhnlichen Suchmaschinenoptimierung findet man diese mit Hilfe des Suchvolumens (Anzahl Suchanfragen für das Keyword pro Monat). Leider stellt Amazon diese Daten nicht bereit. Als Alternativen eignen sich dafür der Google Keyword Planer oder die Autosuggest-Funktion von Amazon. Letztere ist äußerst nützlich, wenn man wissen möchte, welche Suchphrasen Kunden tatsächlich am häufigsten eingeben.

Alleinstellungsmerkmale im Produkttitel

Eine gewöhnliche Amazon-Einkaufssituation: Ein Kunde, der wie die 90% die Suchfunktion benutzt, braucht Kopfhörer und gibt in die Suchmaske natürlich „Kopfhörer“ ein. Daraufhin bekommt er genau 3.595.296 Ergebnisse ausgeliefert. Mehr als 15€ möchte er aber nicht ausgeben. Deshalb filtert er die Suchergebnisse nach Produkten unter 15€. Bleiben immerhin nur noch 2.264.902 übrig. Wie entscheidet er nun, welche Produkte er sich genauer ansehen und später kaufen möchte?

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Wie ich bereits sagte: Sie haben „nur“ 70 Zeichen, um die Aufmerksamkeit auf Ihr Produkt zu lenken. Sie brauchen also ein entscheidendes Verkaufsargument. Das sollte etwas sein, was Ihr Produkt von den Produkten Ihrer Konkurrenten unterscheidet. Das kann eine besondere Funktion, eine bestimmte Farbe oder Material sein.

Versetzen Sie sich bei der Formulierung des Produkttitels in die Lage des Kunden: Was würde Ihre Aufmerksamkeit auf sich ziehen? In unserem Beispiel wären „Kopfhörer mit Fernbedienung und Mikrofon“ oder „Kopfhörer verchromt, schwarz (besonders leicht und angenehm zu tragen)“ für den Kunden weitaus attraktiver, als einfach nur „Kopfhörer“.

Marke im Produkttitel?

Für den Produkttitel verwendet man nur die wichtigsten und relevantesten Keywords, das haben wir geklärt. Aber gehört der Markenname dazu? Laut Amazon, grundsätzlich schon. Eine bekannte Marke ist definitiv ein relevantes Keyword, allein aus Vertrauensgründen.

Im Private Label Bereich ist es jedoch nicht so eindeutig: Ist die eigene Marke noch jung und eher unbekannt, sollte man lieber abwägen, ob der Platz mit einem weiteren wichtigen Keyword nicht besser verwendet wäre. Auf der anderen Seite kann sich die Erwähnung der Eigenmarke auch langfristig lohnen.

Eine Faustregel gibt es so im Private Label Bereich nicht. In diesem Fall sollten Sie mit gesundem Menschenverstand gemäß Ihrer Unternehmensstrategie und aktuellen Situation abwägen. Ansonsten gilt: Marken? Ja bitte!

Auch Sozialverhalten gehört zur Amazon-Optimierung..

Performance

Mit einer erfolgreichen Relevanz-Optimierung haben Sie sichergestellt, dass Ihr Produkt für das entsprechende Keyword angezeigt wird. Mit der Performance-Optimierung können Sie nun beeinflussen, wie weit oben in den Suchergebnissen Ihr Produkt stehen wird.

Jedoch ist das mir der Performance nicht so einfach, wie mit der Relevanz. Denn Sie erinnern sich: Performance kann nur von Kunden erzeugt werden. Das heißt, Verkaufspsychologie, Servicequalität und elementare Kundenfreundlichkeit.

Unter „Performance“ fallen 8 Rankingfaktoren, während es bei Relevanz nur 4 sind. Daran lässt sich schon erkennen, wie Amazon seine Prioritäten setzt. Das hat auch einen einfachen Hintergrund, denn Amazon verdient an jedem verkauften Produkt mit und ist somit natürlich daran interessiert, Bestseller ganz oben in der Suchergebnisliste zu positionieren.

Hier sind die Rankingfaktoren für den Bereich „Performance“:

  • Verkaufsrang (auch BSR abgekürzt = Bestsellerrang)
  • Rate an Bestellmängeln
  • Stornorate deiner Bestellungen
  • Rate verspäteter Lieferungen
  • Unzufriedenheit mir Rücksendungen
  • Verstöße gegen Richtlinien
  • Kontaktreaktionszeit
  • Kundenfeedback (bzw. Verkäuferbewertungen)

Ins Detail: Conversion optimieren

Neben den beiden Bereichen „Relevanz“ und „Performance“ gibt es einen dritten Aspekt, der das Produkt der Beiden darstellt: die „Conversion“. Sie beschreibt, wie viele der Amazon-Kunden, die durch eine erfolgreiche Optimierung auf Ihre Produktseite gekommen sind, dann auch tatsächlich etwas gekauft haben. Daher ist Conversion ausschlaggebend für die Erfolgsmessung.

Sie beeinflusst auch den Rankingfaktor „Verkaufsrang“ der Performance, der entscheidend dafür ist, ob Ihre Produkte ganz oben in der Suchergebnisliste stehen können. Denn: Wer mehr verkauft, der füttert auch entsprechend den Geldbeutel von Amazon.

Zwar ist Conversion ausschließlich von der Verkaufsstrategie abhängig und daher individuell, doch der etablierte Plattform-Charakter und die weite Verbreitung erlauben es Amazon, die drei Faktoren herauszubrechen, die sich für die Conversion auf diesem Marketplace bewährt haben:

Verkaufspreis

Entspricht der Verkaufspreis den Erwartungen des Kunden? Ist das Preis-Leistungsverhältnis ausgewogen? Oder wirkt das Produkt „überteuert“ oder „zu billig“?

Rezensionen

Da man beim Online-Shoppen nichts direkt anfassen oder ausprobieren kann, muss man sich auf die Rezensionen seiner Mitmenschen verlassen. Je mehr Bewertungen mit hoher Sternzahl, desto größer der Vertrauensvorschuss. Je weniger von Beidem, desto mehr wird der Eindruck einer „Schwindlerbude“ erzeugt.

Hier gilt, wie sonst auch: Einen guten Ruf verliert man erheblich schneller, als man ihn wieder aufbauen kann.

Produktbilder

Sind fast ebenso vertrauensbildend – oder eben nicht – wie Rezensionen. Wenn man ein Produkt schon nicht anfassen kann, möchte man es zumindest genau betrachten können, um eine Vorstellung dafür zu bekommen, wofür man eigentlich sein Geld ausgibt.

Das bedeutet: Professionelle Produktbilder mit natürlichen Lichtverhältnissen, die die Originalfarben nicht verfälschen, mehrere Perspektiven, Detailaufnahmen und erkennbare Maßstäbe. Und wenn Sie den Vertrauensaufbau ins Ultimative fördern möchten, dann toppen Sie das mit einer 360° Produktansicht.

Ein wenig Know-How am Rande

Ein durchschnittlicher Online-Shop erreicht eine Conversion-Rate von 3%, während es bei Amazon bereits 10-20% sind. Und wer als Händler am Fulfillment by Amazon (FBA) Programm teilnimmt, kann seine Conversion-Rate auf unermessliche Werte von 70% und mehr steigern. Denn das Amazon-Prime-Logo wirkt auf potentielle Käufer wie ein El Dorado für Schnäppchen, Sonderaktionen und kostenlosen Versand.

Nutzen Sie es aus, dass Amazon sich seit Jahren als Nr.1 Verkaufsplattform bewährt hat und holen Sie Kunden dort ab, wo nur noch ein gutes Bild oder ein Sternchen mehr über Conversion entscheiden.

Optimierungs-Tipp für mehr Conversion: Rezensionen

Wieso sich Amazon überhaupt als Nr.1 Verkaufsplattform bewähren konnte, liegt daran, dass es der erste Onlineshop war, der Produktbewertungen von Kunden für Kunden bereitstellte. Amazon erhöht damit die im Bereich E-Commerce eher problematische Kundensicherheit und minimiert das Risiko eines Fehlkaufes.

Vor dem Kauf starten daher viele Kunden ihre Produktrecherche nicht etwa auf der Homepage des Herstellers sondern bei Amazon – weil sie dort direkt einsehen können, was andere vor ihnen bestellt und für gut befunden haben. Je mehr Kunden ein Produkt bewertet haben, desto besser kann man es selbst einschätzen. Somit wirken Artikel mit vielen Rezensionen auf Kunden deutlich anziehender, als Artikel mit wenigen oder gar keinen Bewertungen.

So, wie es die Studie „Macht der Sterne“ von Bosch / Siemens Hausgeräte GmbH (BSH), der HTW Aalen (E-Commerce und Lehrstuhl für Internationale BWL) und der BIG Social Media GmbH belegt, wirken Artikel mit vielen Bewertungen und einer hohen Sternzahl auf Kunden nochmals attraktiver: Mit einer durchschnittlichen Bewertung von 4.5 Sternen ab 50 Produktrezensionen steigt die Conversion-rate deutlich an. Letztere entscheidet bekanntlich über den Verkaufsrang, einen der wichtigsten Rankingfaktoren bei Amazon.

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Außerdem bewertet der Amazon-Algorithmus unabhängig davon Produkte mit vielen Bewertungen positiv. Die Hauptformeln für mehr Conversion sehen also so aus:

Mehr Rezensionen ⇒ mehr Aufmerksamkeit = bessere Verkaufschance ⇒ besseres Ranking

und

Mehr Rezensionen + vorwiegend gute Bewertungen ⇒ hohe Aufmerksamkeit = optimale Verkaufschance ⇒ Top-Ranking

Optimierung muss für jede Amazon-Produktkategorie erfolgen!

Technischer Exkurs: Der Amazon-Produktkatalog

Wenn man als Händler bei Amazon Artikel anbieten möchte, muss man diese zuvor in eine von über 30 000 verschiedenen Kategorien einordnen, den sogenannten „Produktkatalog“.

Der Amazon-Produktkatalog gliedert sich in 10 Hauptkategorien, die jeweils aus vielen weiteren Unterkategorien bestehen:

  • Bücher & Audible
  • Filme, Serien, Musik & Games
  • Elektronik & Computer
  • Haushalt, Garten, Baumarkt
  • Beauty, Drogerie & Lebensmittel
  • Spielzeug & Baby
  • Kleidung, Schuhe & Uhren
  • Sport & Freizeit
  • Auto & Motorrad
  • Gewerbe, Industrie & Wissenschaft

Die Unterkategorien selbst reichen oft bis in die fünfte Ebene, wobei jede Ebene für sich einen „Amazon Node“ (d.h. Knoten oder Pfad) darstellt. Das heißt, der gesamte Produktkatalog ist wie ein Baumdiagramm in verschiedene Nodes gegliedert, welche auch in der URL-Leiste des Browser erkennbar sind.

Der Aufbau des Produktkatalogs dient dazu, die Auffindbarkeit von Produkten für User einfacher zu gestalten. In den Hauptkategorien kann man zum Beispiel auch nach Unterkategorien filtern.

Interessant wird es dann, wenn man annimmt, dass ein Produkt bei Amazon nur einen Verkaufsrang hat, nämlich in der Hauptkategorie. Denn das ist durchaus nicht so! Im Gegenteil, ein Produkt hat genau so viele Verkaufsränge, wie Nodes, in die es eingeordnet wird. Das liegt daran, dass der Produktkatalog so eingerichtet ist, dass jeder Knoten einzeln verarbeitet wird und somit einen eigenen Bestsellerrang zugeteilt bekommt.

So hat das Produkt „Hefeweizen“ sowohl in der Hauptkategorie

„Beauty, Drogerie & Lebensmittel“

als auch in jeder Unterkategorie

„Lebensmittel & Getränke“ ⇒ „Bier, Wein & Spirituosen“ ⇒ „Bier“

ein eigenes Ranking.

Selbst, wenn man als Händler seine Artikel der Einfachheit halber nur in eine Hauptkategorie einordnet, kann es vorkommen, dass der Amazon-Algorithmus die Einordnung des Produkts nach dem Einstellen um weitere Unterkategorien ergänzt. Somit ist es nicht nur sinnvoll die Einordnung selbst zu übernehmen, sondern auch dementsprechend auf jede Unterkategorie zu optimieren.

Denn wenn ein Produkt in allen Kategorien gut rankt, wird die Verkaufschance mit der Anzahl der Kategorien potenziert.

Somit müsste eine nachhaltige Amazon-Optimierung für „Hefeweizen“ für jede der Kategorien

„Beauty, Drogerie & Lebensmittel“ ⇒ „Lebensmittel & Getränke“ ⇒ „Bier, Wein & Spirituosen“ ⇒ „Bier“

eine spezifische Optimierung vorsehen, um tatsächlich alle Optimierungsmöglichkeiten, die Amazon bieten kann, auszuschöpfen.

Amazon-Optimierung sollte nach Suchintention erfolgen!

 Amazon oder Google? – Die Frage nach dem ganzen Rest

Wer es bis hier hin geschafft hat, hat nun (hoffentlich) eine Vorstellung davon, wie Amazon-Optimierung funktioniert. Doch die letzte aller Fragen bleibt dennoch unbeantwortet: Macht für mich eine Amazon-Optimierung überhaupt Sinn?

Um diese Frage zu beantworten, müssen Sie wissen, welche Art von User Sie ansprechen möchten. Denn die Intention des Suchenden bestimmt letztendlich, ob er für Sie relevant sein kann.

Grundsätzlich sind Nutzer im Internet mit einer der drei Intentionen unterwegs:

Know-Intention – Ich will etwas wissen.

Die Know-Intention ist der häufigste Grund für die Google-Suche. Der Nutzer braucht genaue Informationen, wie zum Beispiel: „Hefeweizen alkoholfrei Kalorien“. Eine Such- beziehungsweise Antwortmaschine wie Google eignet sich bestens dafür.

Do-Intention – Ich will etwas machen.

Eine Do-Intention, auch transaktionale Suchanfrage genannt, bezeichnet den Fall, wenn ein Nutzer etwas Konkretes haben will (etwas kaufen, bestellen, buchen, reservieren usw.). Alles, was mit Produkten zu tun hat, landet mittlerweile direkt bei Amazon.

Go-Intention – Ich habe ein konkretes Ziel.

Anders als bei der Know-Intention weiß der Nutzer in diesem Fall schon im Voraus, auf welcher Website er landen möchte. Entweder gibt er sein Ziel kurz formuliert in die Suchmaske ein, zum Beispiel: „Franziskaner Weißbier Kundencenter“, oder direkt als URL in die URL-Leiste: „www.franziskaner-weissbier.de“. Für Letzteres eignet sich jeder Browser und für Ersteres nur eine klassische Suchmaschine. Mit Amazon kommt man hier schon rein technisch nicht weiter.

Unter dem Strich lohnt sich eine Amazon-Optimierung immer dann, wenn Ihre Zielgruppe etwas kaufen oder bestellen möchte. Denn dafür ist Amazon tatsächlich die bessere Suchmaschine – auf Amazon suchen nämlich drei Mal so viele Nutzer direkt nach Produkten als bei Google.

Und das aus gutem Grund: Der Amazon-Algorithmus muss nicht erst die Suchintentionen verarbeiten, sondern ist ausschließlich auf Anfragen mit Kaufabsicht konzentriert. Dadurch werden die Suchergebnisse nach den Anforderungen der Kunden generiert, was das Einkaufserlebnis weitaus schneller, übersichtlicher und einfacher gestaltet.

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Ralf Seybold

Diplom-Betriebswirt (FH) bei SEYBOLD - Agentur für Sichtbarkeit
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Inhaber bei SEYBOLD - Agentur für Sichtbarkeit, Begründer des Sichtbarkeitsmanagements, IT Professional seit 1989, Internet Professional seit 1998

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Autor verschiedener Publikationen, regelmäßig Experte bei IMPULSE - Das Unternehmermagazin, Experte bei Website Boosting,

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