
Die 20 wichtigsten Punkte aus dem Google API Leak
Wie kann man das Google Search API Leak für die eigene Optimierung nutzen?
Offensichtlich gab es letzten Freitag eine vermutlich unerwünschte Veröffentlichung von Informationen zur Google Search API. Diese gewährte einige Einblicke. Rand Fishkin und Michael King haben diese Informationen sehr schnell in anschaubare Artikel gemünzt.
Dass Google versehentlich tausende Seiten interner Dokumentation zur Suchmaschinentechnik öffentlich gemacht hat, freut natürlich die SEO-Szene. Diese Dokumente könnten der SEO-Branche wertvolle Hinweise geben. Die Informationen widersprechen teilweise den offiziellen Aussagen von Google über die Grundlagen ihrer Suchergebnisse. Die geleakten Dokumente betreffen die "Content Warehouse API" von Google. Sie listen über 14.000 Attribute auf, die zur Gewichtung von Suchergebnissen verwendet werden. Welche Gewichtung die einzelnen Attribute haben, wird jedoch nicht offengelegt. Google hat sich bisher nicht zu diesem Leak geäußert.
Während sowohl Rand, als auch Michael sehr detailliert darüber berichten, stellt sich doch eine Frage: Was sind die Kernaussagen dieser Leaks und wie sind diese zu werten?
Top 20 Takeaways aus dem Dokument
- Modulares System: Google verwendet 2.596 Module und 14.014 Attribute zur Bewertung von Webseiten.
- Domain Authority: "siteAuthority" wird tatsächlich genutzt, was Googles früheren Aussagen widerspricht.
- Klicksignale: Nutzerverhalten und Klicks beeinflussen die Rankings, entgegen früheren Behauptungen von Google.
- Sandbox-Effekt: Neue Websites können isoliert werden, um Spam zu verhindern.
- Chrome-Daten: Daten aus dem Chrome-Browser fließen in die Bewertung ein.
- Linkbewertung: Die Qualität, Relevanz und der Kontext von Links sind entscheidend; schlechte Links können negative Auswirkungen haben.
- NavBoost: Ein System zur Nutzung von Klick- und Verhaltensdaten.
- Whitelists: Es gibt Whitelists für spezielle Bereiche wie COVID-19, Wahlen und Reise-Websites.
- Qualitätsprüfer: Feedback von menschlichen Qualitätsprüfern wird verwendet.
- Linkkategorien: Klickdaten bestimmen die Qualität von Linkkategorien.
- E-A-T (Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness): Diese Prinzipien sind zentral für die Bewertung der Seitenqualität.
- Content Freshness: Aktuelle Inhalte werden bevorzugt behandelt.
- Page Experience: Signale wie Ladezeit und Mobilfreundlichkeit sind wichtig.
- RankBrain: Maschinelles Lernen wird genutzt, um Suchanfragen besser zu verstehen.
- BERT Algorithmus: Verwendet, um die Bedeutung von Wörtern in Suchanfragen zu erfassen.
- Subdomains vs. Subfolders: Google behandelt Subdomains und Unterordner weitgehend gleich, betont jedoch, dass es auf die spezifische Implementierung ankommt.
- CTR und Dwell Time: Obwohl Google öffentlich erklärt, dass diese Signale nicht genutzt werden, zeigen die Leaks, dass sie dennoch eine Rolle spielen könnten.
- Mobile-First Indexing: Google bewertet primär die mobile Version einer Website.
- AI und Machine Learning: Diese Technologien spielen eine zunehmende Rolle in der Bewertung von Webseiten.
- Personalisierte Suche: Suchergebnisse können basierend auf dem Nutzerverhalten personalisiert werden.
Was sagt das Dokument über Disavow und Link Audits aus?
Konkret deht das Dokument nicht auf Disavow und Link Audits ein. Disavow-Daten sind möglicherweise anderswo gespeichert, nicht jedoch in dieser API. Da die Daten der Qualitätsprüfer hier direkt zugänglich sind, deutet dies darauf hin, dass Disavow-Daten von den Kern-Ranking-Systemen getrennt sind. Es ist anzunehmen, dass Disavow als Quelle zum Trainig von Googles Spam-Klassifizierern verwendet wurde. Dass die Daten nicht "online" sind, unterstützt diese Annahme. Google hat die Linkanalyse stark verfeinert mit Features wie IndyRank und PageRankNS. Es ist also ratsam, im Licht dieser Informationen, das eigene Link Building zu überprüfen.
- Disavow Links: Das Disavow-Tool erlaubt es Webmastern, Google zu bitten, bestimmte Backlinks zu ignorieren. Dies wird verwendet, um potenzielle schädliche Links zu neutralisieren, die zu Ranking-Strafen führen könnten. Das Tool sollte jedoch vorsichtig und nur bei klar identifizierten schädlichen Links verwendet werden (Ahrefs) (Semrush).
- Link Audits: Regelmäßige Link Audits sind wichtig, um das Linkprofil einer Webseite zu überwachen und schädliche Links zu identifizieren. Tools wie Google Search Console und spezialisierte SEO-Tools (z.B. Semrush, Ahrefs) helfen dabei, verdächtige Links zu finden und gegebenenfalls eine Disavow-Liste zu erstellen (Semrush) (Semrush).
- Toxicity Score: SEO-Tools bewerten Links oft mit einem "Toxicity Score", um die Qualität der Backlinks zu bestimmen. Ein hoher Wert deutet auf schädliche Links hin, die potenziell disavowt werden sollten (Semrush) (Semrush).
- Empfehlungen zur Entfernung von Links: Google empfiehlt, wenn möglich, schädliche Links direkt von der verlinkenden Website entfernen zu lassen, bevor das Disavow-Tool verwendet wird. Dies kann jedoch oft schwierig umzusetzen sein (Semrush) (Semrush).
- Manuelle Maßnahmen: Ein Disavow sollte insbesondere dann in Betracht gezogen werden, wenn eine manuelle Maßnahme von Google wegen unnatürlicher Links verhängt wurde. Ohne eine solche Maßnahme ist das Risiko einer Strafe geringer, aber die Überwachung bleibt wichtig (Webmasters Stack Exchange).
Diese Erkenntnisse bieten einen tiefen Einblick in die Komplexität und die zahlreichen Faktoren, die den Google-Suchalgorithmus beeinflussen.

