Wieviel Internet Marketing für Existenzgründer ist notwenig?

Das Interesse aus dem Schorndorfer Existenzgründertreffen hat mich überwältigt. “Wie viel Internet Marketing braucht der Existenzgründer?” war die Fragestellung in der Galerie für Technik in meiner Geburtsstadt Schorndorf (Geburststadt von Gottlieb Daimler).

Neben 4 Kollegen durfte ich zum Thema Internet Marketing Stellung beziehen.

Nach dem gestern erschienen ersten Teil: Existenzgründer: Wie viel Internet Marketing braucht der Existenzgründer stelle ich Ihnen im zweiten Teil weitere Fragestellungen vor.

Darüber hinaus gibt es in meinem 105PROZENT-Konzept gezielt Schulungen und Seminare, die vermitteln, was der Kleinunternehmer oder das mittelständische Unternehmen selbst tun kann, um optimal im Web vertreten zu sein (eine sehr gute Ergänzung zum Internet-Profi).

Teil 2 beschäftigt sich mit den Fragen:

  • Welche Branchen, Produkte, Angebote eignen sich für Internet Marketing?
  • lleinvertrieb? Ja oder Nein?
  • Welche Kosten kommen auf den Existenzgründer zu?
  • Was braucht man gleich, was kann später ergänzt werden?
  • Wie findet man den passenden Dienstleister?
  • Was kann man selbst machen und wozu benötigt man den Fachmann?
  • Best Practices, Trends und Probleme

Welche Branchen und Produkte eignen sich für Internet-Marketing?

Das ist abhängig von der Zielgruppe und dem Mehrwert, den ich bereit bin, einem Kunden zu bieten.
Prinzipiell eignet sich jede Branche, jedes Produkt und jedes Angebot.
Selbst die sogenannten Best-Ager sind gut vertreten (50% der über 50-jährigen nutzen das Internet). Das Internet eignet sich ideal zur ersten Informationsbeschaffung: Der Kunde kann sich erst einmal umschauen und wird nicht gleich von „übereifrigem Verkaufspersonal“ überfallen.

Wichtig ist, seine Zielgruppe zu kennen und zu verstehen, warum sie sich ausgerechnet für das eigene Angebot interessieren soll…

Alleinvertrieb: Ja oder Nein?

In vielen Online-Shops leiden darunter, dass keine Kunden bestellen. Das liegt meist daran, dass in wichtigen Punkten Fehler gemacht werden, die beim Kunden ein “schlechtes Gefühl” hinterlassen. Trotzdem scheitern aber die meisten Online-Shops nicht daran, dass zu wenig Kunden kommen, sondern daran, dass der Betreiber mit den Anfrage überfordert wird. Beispiel eines Unternehmens, das es geschafft hat: myMüsli.com hatte einen solchen Erfolg, dass Aufträge z.T. 6 Wochen Durchlaufzeit hatten. Diese Probleme gilt es zu meistern (myMüsli hat es geschafft).

Bevor ein teurer Online-Shop installiert wird (und selbst vermeintlich kostenlose Open-Source-Software benötigt noch immer einige Tausend Euro, bis er an die notwendigen technischen und rechtlichen Gegebenheiten deutscher Versandanbieter angepasst ist. Beispiel für einen kürzlich von RSIM installierten Online-Shop ist der neue Shop von Fuchstaschen – einem jungen Designer aus Stuttgart), können andere Plattformen genutzt werden, z.B. Ebay.

Der „Cityroller“-Anbieter Hudora findet sich bei der entsprechenden Suchanfrage in Google nicht auf den ersten 10 Ergebnisseiten. Dafür aber eine Vielzahl von Ebay-Angeboten und anderen Shops.
Hier kann die günstige Platzierung in Suchmaschinen von Ebay genutzt werden, um das eigene Angebot zu präsentieren, bevor (oder parallel) man mit einem eigenen Shop den Markt betritt.

Zahlreiche Unternehmen scheuen die Investition in Online-Shops in Deutschland. Nicht aber wegen des Preises, sondern wegen der rechtlichen Situation (z.B. Widerrufsrecht erlaubt Rücksendung ohne Grundangabe innerhalb von 14 Tagen; in Finnland gilt dies auch für personalisierte Produkte (z.B. gravierte Kugelschreiber) und in Spanien verdoppelt sich der Rückzahlungsbetrag, wenn nicht nach 30 Tagen ausbezahlt). Das alles sind Dinge, die man beachten muss.

Neben Ebay bieten sich auch andere Plattformen, über die eigene Produkte verkauft werden können (und dort günstig präsentiert werden), z.B. Dawanda.de

Bei einem eigenen Shop ist immer auch über Affiliate-Marketing nachzudenken. Wieso nicht einen Prozentteil der Kaufsumme abgeben, wenn dadurch das eigene Werbebanner weitverbreitet präsentiert werden kann?

Welche Kosten sind mit einer Website verbunden?

Die Investition ins Internet sollte auf keinen Fall eine „OK-Wir-sind-dabei“-Investition sein, nur „weil es eben sein muss“, sondern ein aktiver Teil des Marketingkonzepts darstellen. Anders ist es nicht möglich, einen Return-on-Invest zu erzielen.

Eine Website von der Stange gibt es für kleines Geld – aber dadurch entsteht kein Nutzen und der Betreiber hat die Chancen und Möglichkeiten der Website nicht erkannt. Schlimmer noch: Websites über sogenannte Baukästen ist ein absolutes No-Go. Jeder sieht der Website von weitem an, dass sie aus einem Baukasten stammt. Dann doch besser ein günstiges Webseiten-Template kaufen, das nicht wie “von der Stange” aussieht.

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Die Investition in ein Webkonzept kann bei 1.000 – 2.000 Euro beginnen, liegt aber in der Regel bei 3.000 – 10.000 Euro.

Mindestens für den Betrieb sollten Quartalsauswertungen der Logfiles erfolgen (eventuell als einfache Variante mit „Google Analytics“ oder aber dediziert (RSIM bietet z.B. die Visualisierung von Kundenpotential in Google Earth an) anhand von Serverlogs. Aber auch Page-Tagging-Auswertungen erhält man von RSIM).
RSIM ist in der Lage, jedem Kunden gut 20% an Informationen zu geben, die er so nicht kennt. Dies können z.B. Interessenten sein.
(Beispiel: Einem betreutem Unternehmen berichtet RSIM jedes Quartal von rund 20% – 40% neuer Interessenten, die vertrieblich genutzt werden und ohne Auswertung nicht erfahrbar sind). Oder aber erklärt RSIM dem Kunden, mit welchen Suchworten ein Interessent bei Yahoo sucht, der dann ausgiebig die Unternehmens-Internet-Präsenz studiert: RSIM zeigt also auf, welche Maßnahmen und Möglichkeiten bestehen, aus der getätigten Investition in eine Website einen Gewinn zu erwirtschaften.
Eine solche Auswertung liegt zwischen 0 Euro und rund 500 Euro pro Quartal.

Werbemaßnahmen z.B. mit Google AdWords können bei 50 – 150 Euro pro Monat liegen und den kleinen Vorsprung vor dem Mitbewerb ausmachen. Eine permanente Optimierung ist hier notwendig.

Alle paar Jahre sollte eine Suchmaschinenoptimierung vorgenommen werden. Je nach Themenschwerpunkt kann es 1 – 6 Monate dauern, bis man es in Google ganz nach oben geschafft hat. So ist es z.B. für den Begriff Onlinepoker wesentlich schwieriger die Top-Position zu erreichen, als für die Suchfrage “Heizöl Schorndorf”.

Spannend: Das Thema Analysieren-Optimieren-Bewerben ist ein Thema, dass viele Unternehmen interessiert, man aber die hohen Kosten der Spezialisten scheut (ein SEO-Professionell gibt es ab 500 Euro, wenn er nicht sonderlich gut ist. Extreme Spitzen-SEOs kosten bis zu 15.000 Euro am Tag). RSIM hat mit dem 105PROZENT-Konzept eine Seminarreihe entwickelt, die sich speziell an kleine und mittelständische Unternehmen richtet, die selbst einige Informationen aus Ihrem Webauftritt holen wollen und darüber hinaus bereit sind, Teilarbeiten selbst durchzuführen. Für die schwierigen Fälle holt man dann den Fachmann.

Was braucht man gleich und was kann später hinzugefügt werden?

Zunächst sollte ein Internetauftritt professionell gestaltet sein und zusammen mit einem CMS (Content-Management-System) installiert sein. Dabei sollte es sich um ein einfaches System handeln, denn kleinere Änderungen sollen selbst gepflegt werden – ohne dass man sich jedes Mal in ein umständliches System einarbeiten muss.

Hierzu gibt es zahlreiche Systeme (auch OpenSource: OpenSource ist vermutlich eine schwäbische Erfindung und bedeutet “Koscht-Nix”), zum Teil aber mit erheblichen Sicherheitsrisiken (RSIM hat z.B. in einem CMS eines Marktbegleiters eine Sicherheitslücke nachgewiesen, die es erlaubt, von russischen Servern aus die Webpräsenz für Spamming zu missbrauchen. Wir haben den Hersteller darauf hingewiesen, bevor Heise die Meldung brachte). Also Vorsicht!
Hier entweder ein weit verbreitetes (regelmäßige Sicherheitsupdates, oft aber umständlich zu bedienendes) oder ein optimiertes auf das Unternehmen zugeschnittene System (wie z.B. freshCMS-lowcarb von RSIM, das so an die Kunden angepasst wird, dass die für den Kunden notwendigen Informationen nutzbar sind – jederzeit erweiterbar).

Weitere Module, wie z.B. Shop, Online-Ticketsystem etc. können später installiert und integriert werden. Wichtig ist nur, bereits an die Möglichkeiten zu denken, wenn man das System aufsetzt.

Suchmaschinenoptimierung und Webanalyse ein absolutes MUSS:
Mindestens Google Analytics, mindestens Google AdWords!

Wie findet man den passenden Dienstleister?

Überlegen Sie zuerst, warum ein Kunde gerade Sie als Dienstleister oder Ihr Produkt auswählen sollte.
Mit dieser Information haben Sie die Grundlage für die Zielsetzung der Webpräsenz.
Informieren Sie sich (z.B. Fachbuch „Firmenpräsentation im Internet“ von Ralf Seybold mit dazu gehörendem Online-Blog für weiterführende Themen) unabhängig davon, welche Möglichkeiten bestehen und machen Sie sich mit Vokabular/Materie vertraut.
Beauftragen Sie eine Agentur Ihres Vertrauens mit der Erstellung und Umsetzung eines Konzepts.

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Wenn das Geld für eine umfangreiche Präsenz nicht ausreicht, dann zumindest eine Webvisitenkarte mit den für den Kunden wichtigsten Informationen, ggf. auch mit dem Hinweis auf den Ebay-Shop etc.

Wichtig in der Zusammenarbeit: Die Chemie muss stimmen. Der Dienstleister muss eine Vorstellung von Ihrem Geschäft haben und individuelle Unterscheidungsmerkmale zum Mitbewerb herausarbeiten können.
Vergleichen Sie die Angebote, evtl. auch mit der Tabelle der Stundensätze aus meinem Buch „Firmenpräsentation im Internet“.
Wählen Sie das für Sie passende Angebot aus.

An wen kann ich mich wenden? Wer hilft mir bei der Suche nach dem passenden Dienstleister?

Den Anbieter finden Sie durch das Internet (Suchbegriffe eingeben), durch andere Webseiten (deren Konzept und Design Ihnen gefallen), durch den Blick in die gelben Seiten, durch den Bund der Selbständigen (oder ähnliche Verbände), die IHK oder über Veranstaltungen oder über Blogs, wie diesen, den Sie gerade lesen.

Was kann man selbst tun und wo ist der Fachmann nützlicher?

Viele Dinge, auch bei der Suchmaschinenoptimierung, kann selbst vorgenommen werden. Zum Beispiel können die Webseiten bereits vorbereitet werden (eigene Suchworte integrieren etc.). In meinem Blog habe ich einige Punkte zusammengefasst, die hilfreich sein können – und natürlich wieder der Hinweis auf das 105PROZENT-Konzept, Seminare für Unternehmen.

Wichtig ist natürlich auch, die Terminologie/das Vokabular zu beherrschen – und dann im Zweifelsfall sollten Sie einfach den Dienstleister Ihrer Wahl fragen, was Sie selbst tun können…

Best-Practices, Worst-Practices

In beiliegendem PDF sind einige Punkte zusammengefasst, die aufzeigen, was andere Unternehmen zu sagen haben. Diese Unternehmen arbeiten alle mit dem freshCMS-lowcarb von RSIM “in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen”. Auch sind die Auftritt in unterscheidlichen Preisklassen. Lesen Sie im PDF: rsim-best-practices

Häufigste Probleme

Das häufigste Problem ist, dass man die Internetpräsenz als notwendiges „Übel“ mitnehmen möchte. „Man braucht’s halt“. Wenn das der Fall ist, gibt es kein vernünftiges Budget für die Seite und auch der Wille, die Website weiterhin zu pflegen, um darüber wirklich Geschäft zu generieren, scheint hier zu fehlen.

Trends

Der Online-Werbemarkt wächst. Mehr Firmen werden in Online-Werbung investieren. In den USA ist der Online-Werbemarkt bereits größer als der Print-Werbemarkt. Für 2010 wird dem Werbemarkt in Deutschland prognostiziert, dass es mehr Budget für das Web als für Print geben wird. Traditionelle Magazine werden umdenken müssen.

In zunehmendem Maße werden Suchmaschinenergebnisse mit Video-Informationen angereichert. Ein passendes Video-Marketing auf YouTube könnte hier von Nuten sein.

Damit endet der zweite Teil der Existenzgründer-Informationen rund um das Thema “Wie viel Internet Marketing braucht ein Existenzgründer?”

Falls Sie weitergehende Fragen haben, nehmen Sie gerne mit mir Kontakt auf.

Abschließend die Links aus dem zweiten Teil:

Wieviel Internet Marketing für Existenzgründer ist notwenig?