Domain-Endungen ab 2009 frei wählbar?
Einem Bericht der Computerbild vom 24. Juni 2008 und einem Bericht von ZD-Net vom 27. Juni 2008 zufolge sollen Domain-Endungen bald frei wählbar sein.
Wie die ICANN dazu berichtet (Ankündigung vom 26. Juni 2008), soll dies die größte Erweiterung von Top-Level-Domains weltweit werden.
Die Erweiterung soll bis maximal 64 Zeichen erlauben und macht - erstmalig - nicht halt vor anderen Schriften, als der lateinischen Schrift. Demnach sollen die neuen Domains auch in kyrillisch, arabisch oder chinesisch geschrieben werden können.
Eintragungen mit Firmenbezeichnungen und Orten scheint nun nichts mehr im Wege zu stehen. Denkbar wären dann auch Endungen mit Berufsbezeichnungen und so weiter.
Allerdings sollte man die beantragte Eintragung rechtlich prüfen lassen, bietet sich hier wieder einmal ein weites Feld für Abmahnungen. Noch in zu guter Erinnerung sind die Abmahnungen wegen Verwendung von KFZ-Zeichen-Kürzeln (Vgl. Advocatus, Heise-News, Golem-News).
Als erste Stadt der Welt bewirbt sich Paris offiziell um die Top-Level-Endung .paris (mehr hier)
Wie die Registrierungsmodalitäten auszusehen haben, wird voraussichtlich erst Anfang 2009 bekannt werden. Die Details zum Antragsverfahren oder gar zu den Preisen und Registrierungsprozeduren müssen erst noch ausgehandelt werden.
Allerdings gehen Experten davon aus, dass Firmendomains sehr teuer werden dürften. Preise von mehreren zehntausend Euro sind im Gespräch.
Freie Domainendungen führen meiner Meinung nach zu einer Regionalisierung des Internets. Die große Frage wird sein: Woher soll mein (potentieller) Kunde wissen, welche Domainendung ich verwende? Bei Städtenamen könnte sich die neue Top-Level-Domain relativ schnell etablieren, bei Firmenendungen etc. vielleicht bei einigen großen… Die Mehrheit der mittelständischen Unternehmen werden aber weiterhin mit .com, .de oder der zwischenzeitlich sehr gut akzeptierten .eu Domain besser bedient sein.
Erst wenn die Browser (und/oder Suchmaschinen) so intelligent werden, dass entsprechende Angebote vorgeschlagen werden, könnte es egal werden, wie die Endung der Domain lautet. Firefox3 und IE8 bieten hierzu entsprechende Funktionalität, aber auch Suchmaschinen wie google.com oder ask.com können hier schon punkten. Trotzdem: Bis dorthin ist noch ein weiter Weg!
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