Händler hassen das Widerrufsrecht
Über 4% aller Onlinebestellungen gehen an den Händler zurück, ergab die aktuelle Umfrage von Trusted Shops (dem Gütesiegel-Aussteller für Onlineshops) unter 588 Shopbetreibern.
Besonders bei kleineren Bestellungen zwischen 40 und 100 Euro entstehend hohe oder gar sehr hohe Kosten, klagt fast jeder zweite Shopbetreiber. Und diese Bestellungen mach laut Studie ein Drittel der Einkaufe aus, die Kunden im Internet kaufen.
Die Studie berichtet von einem Extremfall, bei dem die Rückgabekosten rund 30% des Warenwertes ausmachen, wenn ein Kunde einen Artikel für 41 Euro unfrei zurücksendet. Bis 40 Euro muss ein Artikel lt. Gesetz auf eigene Kosten zurückgeschickt werden, ab 41 Euro kann dies unfrei geschehen.
Hiervon betroffen ist in erster Linie die Bekleidungsbranche, die von durchschnittlich 4,36% Umsatzverlust durch Widerruf berichten. Bei einer halben Million Umsatz immerhin 21.800 Euro.
Nicht nur die Versandkosten sind in diesen Retourenfällen problematisch. Wesentlich schwieriger ist der Zustand der Waren zu beurteilen: 80% der befragten Händler gaben an, Probleme mit Warenrücksendungen gehabt zu haben. Besonders häufig ist die Originalverpackung beschädigt oder der Kunde hatte den Artikel bereits bentut oder beschädigt.
Leider führen solche Fälle dazu, dass Widerrufe als Mißbrauch betrachtet werden. Tatsächlich ist jede vierte Rücksendung missbräuchlich einzustufen.
Einziges, derzeit mögliches Mittel für Händler: 39% der Händler schließen auffällige Kunden von zukünftigen Bestellungen aus.
56% der Händler fordern, der Gesetzgeber solle grundsätzlich unfreie Rücksendungen verbieten.
Lesen Sie hier mehr zur Studie.
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